born in tirol

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Samstag, 31. Januar 2015

Patagonien 2014/15

Eigentlich wollte ich nach meinem Sommer in Peru erst einmal zuhause bleiben, aber nach einem Anruf von Much, und einem kurzes Gespräch in meiner Arbeit war klar, von 16.12.14 bis 14.1.15 gehts nach Patagonien :-)! Am 15.12 kamen wir in El Chalten an.
Der Wind ging und es regnete! Da wir beide das erste mal hier waren und uns schon klar war dass das Wetter sehr schlecht sein kann hatten wir nicht viele Erwartungen, und wollten uns die ganze Sache einfach mal anschauen. Nach einigen Tagen schlechtem Wetter, zeichnete sich ein kleines Wetterfenster ab. Wir entschieden uns für einen Versuch an der Exocet am Torre Standhardt. Eine ziemlich bekannte Tour, bzw kennt fast jeder Bergsteiger das Bild der ersten Seillänge mit dem riesen Klemmblock. Am 20.12 marschierten wir von Chalten los zum Camp Niponino. Nach einigen Verhauern erreichten wir nach sieben Stunden über Stock und Stein Niponino. Zelt aufgebaut, gekocht, und hinein in den warmen Schlafsack. Eine weiter Seilschaft aus Polen ist noch am Abend gekommen. Sie wollten ebenfalls die Exocet gehen. Um 3 Uhr starteten wir los. Wir hatten 3 Stunden für den Aufstieg zum Col Standhardt geplant. Leider hatte es die Tage zuvor geschneit, und so wühlten wir im Knietiefen Schnee, fünf Stunden über steiles Gelände zum Col Standhardt hinauf. Die Seilschaft aus Polen ist umgedreht. Oben angekommen war es ziemlich windig und ich startete gleich mit der Kletterei. Die ersten beiden Längen sind echt coole Mixedkletterei. Ich wollte beide Längen zusammen hängen, bin dann aber einen falschen Riss geklettert, und hab beim abseilen gleich einen ordentlichen Flug hingelegt. Der Abseilhaken ist heraus gegangen. Aber nichts passiert und so ging es gleich weiter. Über einen langen Quergang leichtes Gelände bzw stapfen sind wir dann zum 6 Sl langen Eiskamin gekommen. Von der Bewertung her nicht extra schwierig, aber das Eis war so hart und strukturlos dass wir ordentlich hinauf schinten mussten. Am Ende vom Kamin wartet noch eine spannende Mixedlänge, bevor wir zum Gipfelpilz hinüber gestapft sind. Das wir ganz auf den Gipfel kommen mussten wir noch einen Tunnel klettern und die letzten Meter durch die Gipfelwächte graben. Um 18 Uhr standen wir überglücklich auf unsern ersten Patagonien Gipfel :-)!! Im oberen Teil sind wir über die Exocet, und im unteren über die Route Scud abgeseilt. Funktioniert problemlos. Nach einer kurzen Nacht im Zelt, packten wir unser Material zusammen und sind bei Sturm zurück nach Chalten.
Das Wetter war dann einige Tag schlecht und wir hatten genügend Zeit zum rasten und feiern ;-)!
Nach einer Woche hat es dann ausgeschaut als ob wieder ein kleines Wetterfenster kommt. Also zusammen packen und los gehts. Unser Ziel war die Supercanaleta am Fitz Roy. Kurz bevor wir los marschiert sind haben wir noch einmal den Wetterbericht gecheckt, und plötzlich war das Wetterfenster weg, bzw Niederschlag gemeldet. Also wieder alles auspacken und Kaffee trinken gehen. Das waren dann die Tage wo Markus Pucher sein Sturm Free Solo am Cerro Torre gemacht hat :-D! Geiler Typ ;-)!!
Nach einigen Tagen warten zeichnete sich erneut ein Fenster ab. Ein grösseres!! Wir waren uns nicht ganz einig was wir machen sollten. Supercanaleta wird ziemlich sicher funktionieren, Cerro Torre nur vielleicht!! Aber wir entschieden uns doch für den Torre ;-)!
Am 30.12 ging es wieder hinein zum Niponino. Eine weitere Seilschaft, zwei junge Schweizer waren auch schon da. Wollten ebenfalls zum Torre. In der Nacht hat es dann ordentlich geregnt bzw geschneit und wir sind erst um 9 aus unserm Zelt. Die Schweizer waren schon unterwegs Richtung Col Standhardt. Wir packten zusammen und starteten los. Es hat nicht lange gedauert und wir haben die Schweizer wieder eingeholt. Sie haben ihr Zelt aufgestellt und wollten warten bis es schöner wird. Also waren wir wieder dran mit spuren. Und wieder mussten wir den steilen weg zum Col Standhardt hinauf. Oben angekommen seilten wir auf der Nordseite 3 mal ab, und stiegen ab zum Circo de los Altares. Und von dort weiter zum Filo Rosso, wo wir die gewaltige Westwand vom Torre das erste mal sahen. Die Schweizer waren auch schon da und so wechselten wir uns mit spuren ab. Irgdenwie war ich fix der Meinung dass wir rechts vom Filo Rosso zum Einstieg mussten. Eigentlich geht es links hinauf. Aber wie sich später heraus stellte, ziemlich egal. Oben direkt beim Einstiegsgully stellten wir und die Schweizer das Zelt auf.
Am nächsten Tag um 1:15 starteten Much und ich los. Über unseren Einstiegsgully ging es ziemlich zügig seilfrei hinauf zum Col de la Esperanza. Dort seilten wir an und weiter gings. Kurz bevor es hell wurde waren wir am Elmo. Bis hierher war die kletterei nicht sehr schwierig und wir kamen gut voran. Nur eine Seillänge war eher unfein. Keine Zwischensicherung, kein Stand, und nur haltloser fast senkrechter Schnee. Am Elmo machten wir eine kurze Pause und dann gings weiter in die Mixedlängen. Echter super zum klettern. Nach 3 langen Mixedlängen kamen wir zur Headwall. Zum Glück war in der Headwall ziemlich viel Eis und es ging gut zum klettern, bzw auch zum absichern. Über einige nicht so schwere Längen und Tunnel sind wir zum Gipfelpilz hinauf gekommen.
Vor der letzten Seillänge war ich ein bisschen Ratlos. Irgendwie habe ich nichts gesehen wo ich klettern könnte. Ich befürchtete schon dass wir so kurz vorm Gipfel umdrehen müssten. Wir sahen dann ein bisschen rechts aussen eine kleine Eisrinne, und nach circa 30 Meter eine Eisschraube. Okay, dann weats do schun aui gian. Ich bin dann ziemlich ausgesetzt zu dieser Rinne hinüber gequert, und einige Meter hinauf. Es war echt grausam zum klettern, Eisschraube konnte ich auch keine setzen, und so bin ich wieder zurück geklettert. Ganz am Beginn von der Rinne konnte ich doch noch eine Schraube setzen.Viel leichter wurde es dadurch trotzdem nicht, aber wenn ich auf den Gipfel will muss ich da hinauf. Hat mich schon ein bisschen Überwindung gekostet, aber ist dann eh gut gegangen. Nach 15 Meter war dann auch wieder Eis und ich konnte wieder eine Schraube setzten. Die letzten Meter zum Gipfel waren nicht mehr schwierig und so standen wir am 1.1.15 um 10:45 am Gipfel des Cerro Torre!!! Supergeil :-)!!
Da es windig und kalt war viel die Gipfelpause eher kurz aus, und wir machten uns gleich ans abseilen. Irgendwie hatte ich einen ziemlichen Grausen vom abseilen, ist aber problemlos gegangen. Immer wieder Abalakov oder fixe Stände im Fels. Nach 4 Std waren wir wieder beim Zelt. Die Schweizer waren mittlerweile auch schon weg, sind am Elmo umgedreht! Um ein bisschen der Sonne zu entgehen haben wir uns bald im Zelt verkrochen und haben uns ausgerastet.
Da es unterm Tag so heiss war, entschieden wir uns einen Teil vom Rückweg in der Nacht zu machen. Also starteten wir um 1 Uhr morgens los. Der Rückweg nach Chalten war einfach herrlich. 43 Kilometer, 14 Stunden mit 25 Kilogramm Gepäck über Gletscher, Moränen und Steige zurück nach Chalten. Und Prost :-)!!
Die letzten Tage von unserm Trip war das Wetter nicht mehr berauschend, und wir machten einfach nur Urlaub. Haben viele supercoole Leute kennen gelernt, haben gefeiert, waren jeden Tag gewaltig essen, und haben das Leben so richtig genossen.
Es war eine echt gewaltige Zeit, in einem gewaltigen Land, mit einem gewaltigen Kumpel :-)!!
Ich bin mir sicher dass ich bald wieder komme ;-)!!

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