born in tirol

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Freitag, 30. Juli 2021

Klettern und Rennradln auf Sardinien

 

Nach Bekanntwerden, dass das Reisen nach Italien wieder ohne größere Komplikationen möglich ist, buchten Susanne und ich kurzentschlossen mitte Juni eine Fähre nach Sardinien.

Montag, 26. Juli 2021

Dauphine Vol 15

Als mir meine Mutter erzählte, sie kenne eine holländische Familie die seit 30 Jahren ihren Urlaub in der Walderbrücke verbringe, konnte ich mich lediglich zu einem müden Lächeln überwinden. Dann ist mir aufgefallen, dass ich auch bereits zum fünfzehnten Mal in die Dauphine pilgerte, um meine Urlaubstage zu geniessen.

Zu meiner Entlastung sei angemerkt, dass ich keine andere Gegend kenne, in der alle alpinen Sportarten auf derart engem Raum ausgelebt werden können.

Der freundliche Beamte an der Grenzstation fragte ob wir französisch oder zumindest ein wenig französisch verstehen könnten, das würde seinen Job wesentlich erleichtern, denn mit Fremdsprachen haben es die Vertreter der Grande Nation nicht so sehr. Dann fragte er nach den deux dose, und da er wohl kaum die beiden Bierdosen auf dem Rücksitz angesprochen haben kann, nestelten wir unsere Impfzertifikate aus der Folie, zwei Impfstiche, sein Blick hellte sich auf, alles ok.

Neben biken, wandern, sportklettern...kann man in der Dauphine auch durchwegs alpine Gipfelziele ansteuern. Und wenn man nicht unbedingt den Dome de Neige ansteuert (warum wollen alle da hinauf?), dann ist man vermutlich den ganzen Tag von Einsamkeit umgeben.

Ach was solls. Nirgendwo sind die Bäche klarer, ist die Luft reiner und sind die Almwiesen saftiger. Aber vielleicht liegt meine Schwärmerei an den deux dose, die nun nicht mehr auf dem Rücksitz liegen.









Samstag, 24. Juli 2021

Kletterausflug Dolomiten/Pala

Vom 19. bis 23. Juli 2021 machten Sonne und ich einen Klettertrip in die Pala-Gruppe der italienischen Dolomiten. Am ersten Tag ging es vom Passo Rolle via Mountainbike über die Baita Segantini in den Talkessel des Val Venegia und zu Fuß weiter über die Forcola Margherita auf das Rifugio G. Volpi al Mulaz (2560 m). Nach Abendessen und Übernachtung auf der wenig besuchten Hütte stiegen wir am nächsten Morgen zum tiefergelegenen Einstieg der gut 330 m hohen Westwand des Campanile alto dei Lastei (2830 m) ab. Für Walter Pause’s Eleven gilt es dort die Route von M. Pfeffer und E. Kamp zu klettern. Durch den unteren Wandteil schlängelt sich die Linie von 1929 in großen Schleifen überwiegend im IV. Grad, garniert durch eine ausgesprochen schöne V+ Länge empor, bis sie in die den oberen Wandteil durchziehende Riesenverschneidung mündet. Vorerst genüsslich geht es diese im V. Grad empor, bis lose Blöcke am Verschneidungsgrund ein Ausspreizen an die kompakten Seitenwände empfehlen. Den Ausstieg sollte die früher mit VI bzw. VI-/Ao bewertete Schlüsselseillänge vermitteln, welche jedoch seit mindestens 2014 von einem Felssturz gezeichnet ist. Da uns auch der verbliebene Fels sehr veränderungsfähig erschien, querten wir bereits vor dem Grottenüberhang etwa 30 m nach links, wo wir unter einem gelben überhängenden Wulst einen alten Haken und einen Holzkeil vorfanden (Ausstieg der Route „Valentino“?). Vom dort eingerichteten Standplatz schaukelte ich an einer Trittschlinge erkundend über die Kante des Überhangs, von wo ein Riss die folgenden steilen Wandmeter durchzieht. Einen dort befindlichen Haken nachgeschlagen und zwei Klemmkeile im Riss untergebracht (und belassen), ging es schließlich in etwas flacheres Gelände bis eine kleine Verschneidung den Ausstieg auf den Gipfelgrat vermittelt. Alles in allem eine schöne Ausstiegsvariante, welche wir mit VII- oder VI/A1 bewerten würden. Nach einem Eintrag im Gipfelbuch seilten wir von einem Felskopf in die Hauptverschneidung hinab, von wo wir über bereits vorgefundene Abseilstände mit lediglich geringen Ausbesserungsarbeiten recht geradlinig in z. T. 60 m-Seillängen über die gesamte Wand abseilten.

Nachdem der Rückmarsch überstanden war und wir uns in unserer Unterkunft in San Martino di Castrozza ausgeschlafen hatten, stiegen wir tags darauf vorbei am Rifugio Velo (2358 m) zur Nordwand der herrlichen Cima della Madonna (2733 m) auf. Durch diese von der Ferne äußerst glatt anmutende Wandflucht führt die Route der Brüder R. und G. Messner aus dem Jahre 1968. Vom Einstieg am Wandvorbau, welchen zwei alte Sanduhrschlingen markieren, leitet die Route vorerst in einem Riss und dann in rassig kühner Kletterei bis zum VI. Grad an bestem, griffig strukturiertem Pala-Fels empor. Die Absicherung erfolgt überwiegend an Sanduhren, welche oft selbst gefädelt werden müssen und an den wenigen in der Route befindlichen Normalhaken, wobei die Wegfindung nicht immer einfach ist und immer wieder entschlossene Runouts erfordert. Nach sieben Seillängen und etwas leichterem Gelände auf der berühmten Schleierkante erreichten wir den Gipfel, dessen Namen von der Ähnlichkeit mit einer Marienstatue mit Schleier herrührt.

Nach einem verregneten Pausetag rückten wir am Freitag noch einmal aus. Mit einer Route in der 550 m hohen Westwand der Pala del Rifugio (2394 m) unter deren Fuß die Treviso-Hütte (1631 m) liegt, fiel diesmal zumindest der Zustieg etwas kürzer aus. Die nach den Initialen der Erstbegeher M. Tiozzo, P. G. Penna und A. Soccombi benannte „Via S.P.T.“ aus dem Jahre 1994 führt rechts der populäreren „Frisch/Corradini“ über meist sehr gutes, stellenweise aber auch etwas brüchiges Gestein, welches in den ersten beiden Seillängen noch oft von Graspolstern bedeckt ist. Vor allem die dort im Topo eingezeichneten Bohrhaken konnten wir nicht finden. Danach geht es überwiegend im V. bis VI. Grad mit einer Passage VII-/VII dahin, wobei der ein oder andere Standplatz sowie manche Zwischensicherungen an Schlüsselstellen in Form von schon etwas rostigen 8 mm Kronenbohrhaken ausgeführt sind. In der 11. Seillänge droht unserer Einschätzung nach eine riesige freistehende Felsschuppe zu Tale zu stürzen, welche jedoch berührungslos rechts umgangen werden kann. Nach 13 Seillängen mündet die Route in die benachbarte „Frisch/Corradini“, welche in vier weiteren Seillängen den Gipfel erreicht. Wie zwei Tage zuvor erschien mir als Karwendel-Kletterer auch dieser Pala-Abstieg aufgrund des festen Gesteins sehr angenehm und landschaftlich schön. Selbstverständlich ist jedoch durch die Ausgesetztheit noch einmal volle Aufmerksamkeit gefordert.
















Montag, 28. Juni 2021

Predigtstuhl – „Direkte NW-Risse“ (Eichinger/Hasse)

Am Samstag den 26. Juni 2021 haben’s Sonne und ich endlich wieder mal geschafft, gemeinsam eine ordentliche Alpintour zu klettern. Dafür haben wir uns die „Direkten NW-Risse“ von J. Eichinger und D. Hasse am Predigtstuhl ausgesucht. Am 4. Oktober 1975 erstbegangen fand die ca. 250 m lange Route in den gängigen Führerwerken lediglich knappe Erwähnung und dementsprechend gering dürfte die Zahl der Begehungen sein. Dankenswerter Weise wurden jedoch bei einer der jüngsten Wiederholungen vor allem an Standplätzen einige neue Haken geschlagen.

Den Beginn der eigentlichen Route an deren Abzweigung von der „Ostler-Führe“ erreichten wir seilfrei über den Wandsockel, der über zahlreiche Linien beklettert werden kann. Vom dortigen Standplatz (3 H.) leitet griffiger Fels im IV. Grad rechts empor. Am sog. „Hakenwandl“ (VI+) in der folgenden Seillänge beginnen die Schwierigkeiten, welche hier jedoch durch den rauen festen Fels und einige namensgebende rostige Wegweiser leicht von der Hand gehen. Der folgende mit einigen Steinen geladene Kamin wird athletisch rechts umgangen. Nun folgen zwei Seillängen in einer angenehm zu kletternden Kaminreihe im V. Grad bis man einen Stand (1 H. und SU, jedoch Cam besser) am rechten Rand eines Grasbandes erreicht. Durch eine kurze Rechtsquerung erreicht man die steile Rissverschneidung der Schlüsselseillänge (VII). Hier ist es von Vorteil, neben einem Keilsortiment die mittleren Cam-Größen doppelt am Gurt zu haben. Vom folgenden Stand an den noch übrigen Klemmgeräten leitet geradlinig ein langer Risskamin (VI+) nochmal fordernd und steil empor. Nach der Überwindung eines Klemmblockes und ein paar weiteren Metern in Verschneidungskletterei erreicht man schließlich einen Standplatz (3 H.) auf einem Podest. Nach einem letzten steilen und schön zu erkletternden Aufschwung erreicht man die Gratschulter der Nordkante unter dem Nordgipfel des Predigtstuhls. Diesen erstiegen wir über eine im letzten Bild gezeigte schräge „Variante“ des Ausstieges der „Ostler-Führe“. Eine Abseilfahrt durch den „Botzong-Kamin“ brachte uns zurück zu unseren Rucksäcken in der Steinernen Rinne.






Dienstag, 22. Juni 2021

Breitenkopf NW-Wand "Tris" 6+ & "Gmahnde Wiesn" 6-

Die enorme Hitze am letzten Wochenende veranlasste Dani und mich eine schatte Nordwand als Kletterziel auszuwählen, was gar nicht so einfach war, da viele nordseitige Wände noch nass sind. So fiel unsere Wahl auf den im Gaistal liegenden Nordwandsockel des Breitenkopfs. Mit den Rad geht es zuerst bequem durch das Gaistal und vom Rad Depot gelangt man in ca. 20 Minuten zum Einstieg. Zuerst sind wir die Route "Tris" 6+ geklettert und im Anschluss noch die "a Gmahnde Wiesn" 6-. Beides genussvolle Touren in festem Fels. Um das Klettervergnügen richtig genießen zu können, sollte man die Schwierigkeiten beherrschen, da die Haken meistens ziemlich weit auseinander liegen, und es nicht immer möglich ist Friends zu legen. Über die Routen kann man mit Doppelseilen abseilen. 














REPS - "Singletrail" 8-/8

 Am Samstag ging`s mit Sonne per Bike zur Kastenalm, mit Blick auf die imposante Reps N-Wand, wo  schon reges Treiben in einigen Routen herrschte. Do wollten wohl einige der sommerlichen Hitze entfliehen. Trotz Schatten trieb es mir bereits in der 2. SL 8-/8 ordentlich die Schweißperlen auf die Stirn und bei einer plattigen Stelle hing ich schon im Seil. Der Rest lief dann besser, nach einer weiteren 8er Länge ging`s über eine schöne Rampe, dem Singletrail, zur letzen Seillänge. Bis hier ist die Tour gut abgesichert, nur in der letzten SL ist die Mitnahme einiger Cams hilfreich, da die Absicherung spärlich ist. Seilten über die "Bike2Crack" ab und kletterten als Fleißaufgabe noch die unteren 3 Seillängen dieser Tour.