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Donnerstag, 14. Juli 2022

Rochefort - Grandes Jorasses Überschreitung 4000er Finish



 Am letzten Freitag gings mit Wolfi wieder ins Mont Blanc Gebiet, unser Ziel die Grandes Jorasses Überschreitung. Nach einer Nacht auf der Turiner Hütte starteten wir am Nächsten Tag über den Rochefort Grat zum Canzio Biwak, so konnten wir uns die Biwak Ausrüstung sparen. Da wir den Grat schon vor einigen Jahren gemacht haben waren wir erstaunt wie viel dieser an Masse verloren hat, die berühmte Wächte gibts nicht mehr. Leider wurde der Stürmische Nordwind immer stärker so verließen wir das Biwak erst um 7:15. Die ersten Seillängen auf die Pointe Young stellen die Schlüsselstelle (kurz 5a) der Tour dar, und wären ohne dem kalten Wind eigentlich recht lässig zum klettern. Beim Übergang zur Pointe Marguerite wählten wir die Variante aus dem 4000er Buch diese ist deutlich besser als die Route im Eberlein Führer. Nach anfänglichem Frieren auf der Nordseite gings jetzt schweißgebadet über die Südseite auf die Marguerite 4066m, ab hier ist die Routenfindung deutlich einfacher da man immer am unglaublich ausgesetzten Grat bleibt. Nach der Pointe Helene 4045m wird das Gelände deutlich leichter, nur mehr eine kurze Kletterlänge bringt einen auf die Pointe Croz 4110m. Danach kombiniertes Gelände auf die Pointe Whymper 4184 (leicht). Im tiefen aufgeweichten Schnee stapften wir hinüber zum letzten Gipfel der Pointe Walker 4208 dem 5. und höchsten Jorasses 4000er. Nach kurzer Rast machten wir uns gleich an den Abstieg. In unglaublicher Hitze rannten wir förmlich das erste Schnee - Eis - Felscouloir hinunter zum Gletscher, bei jedem Pickelschlag trat ein Bächlein aus der Wand unglaublich auf dieser Höhe. Die Querung unter dem Hängegletscher verlangt ebenfalls Eile. Der restliche Abstieg war dann doch besser als erwartet. Um 21:00 waren wir dann müde aber überglücklich alleine auf der Boccalatte Hütte.

Für mich wars der letzte 4000er was 1990 unerfahren mit meinem Bruder am Matterhorn begann konnte ich heute am Jorasses beenden, ein unglaubliches Gefühl am Gipfel. Besonders bedanken möchte ich mich aber bei Wolfi der mich bei den meisten Touren begleitet hat und mich in der Umsetzung meines Planes konsequent und bedingungslos unterstützt hat. Für Wolfi waren es auch die letzten 4000er im Mont Blanc Gebiet, somit hat auch er das schwierigste hinter sich und wird die Sammlung in den nächsten Jahren mit einer Sommertour und ein par Skitouren im Wallis abschließen.


























Donnerstag, 7. Juli 2022

Laliderer Falk

 

Im Karwendel gibt es zum Glück einige Rückzugsorte für soziophobe Kletterer. Einer davon ist das Falkenkar. Ein unscheinbarer Steig, dessen Einstieg man kennen sollte, leitet geschickt durch Steilstufen und Latschenfelder in das weitläufige Kar. Am Ende der Latschen weiten sich das Kar, der Blick und das Herz.

Da Wolfi´s Seillängenkonto heuer noch rote Zahlen ausweist, wählten wir die Route „Im Reich des Ungenannten“. 19 zum Teil recht lange Seillängen schlängeln sich durch die kühle Nordwand des Laliderer Falk`s. In den  schwierigen Kletterpassagen ist der Fels von ausgezeichneter Qualität, in den Lauflängen kann Konservativismus nicht schaden

Nach kurzer Gipfelrast ging es ans Abseilen. Die Furcht vor Seilverhängern vor allem in den flacheren Passagen war gänzlich unbegründet.

Zufrieden verließen wir das Falkenkar, und übergaben es wieder den Gämsen und Alpensalamandern. Zu guter Letzt bekämpften wir noch unsere Soziophobie und kehrten in einer Pizzeria in Maurach ein.

Ein ausgefülltes Tagesprogramm in grandios einsamer Umgebung.

Wolfi und Christian

 







 

Sonntag, 19. Juni 2022

Laliderer Nordwand - "Dibona/Mayer"

Am Samstag den 18. Juni 2022 gings für Magnus, Matthi und mich wieder in die Laliderer Wände. Nachdem für Matthi und mich bereits der 13. Anstieg in der Nordwand bevorstand, fiel die Routenwahl gar nicht mehr so leicht. Weils auch nicht gleich ganz schwierig werden sollte, einigten wir uns auf die Dibona/Mayer-Führe. 1911 von den Bergführern Angelo Dibona und Luigi Rizzi sowie den Wiener Brüdern Guido und Max Mayer erschlossen, stellt sie den ältesten Wanddurchstieg dar. Dennoch muss angemerkt werden, dass Otto „Rambo“ Herzog bereits kurz zuvor mit der sogenannten „Ramboplatte“ die Schlüsselseillänge am Ende der Hauptschwierigkeiten überwand und nur von einem Gewitter zum Rückzug gezwungen wurde.

Den Einstieg vermittelt die von rechts nach links geneigte Rampe (IV) in Falllinie der Scharte zwischen Laliderer Wand und Spitze, über welche auch jüngere Routen erreicht werden. Über das moosige Schichtband quert man 40 m nach rechts (IV) bis eine schwierige Wandstelle (VI-) an etwas unzuverlässigen Schuppen und ebensolchen Haken empor in ein nach links geneigtes Verschneidungssystem führt. In diesem geht es in festem Fels mehrere Seillängen empor (anhaltend V, zahlreiche alte H.), an einer Gabelung eher rechtshaltend, bis schließlich die „Ramboplatte“ in den Beginn der Schlucht leitet, welche den oberen Wandteil prägt. Quert man ungeachtet der Verhauerhaken gleich tief linkshaltend, wird man nach den strammen 5er-Längen zuvor etwas verwundert sein, dass diese dann gar nicht so plattige Traverse früher als Schlüsselstelle tituliert wurde. In der Schlucht führt vorerst leichteres Gelände zum Beginn eines von der Gratscharte herabziehenden Kamins (2 SH). Rechts von diesem geht es über eine brüchige Wandstelle (V-, H. mit neuer Schlinge) empor. Nun wird der Kamin nach links überquert und an dessen linker Begrenzungsrippe finden sich eine Seillänge höher 2 Standhaken. Neben dem im alten AV-Führer beschriebenen Weiterweg über die sich zum Pfeiler aufsteilende Rippe und einem Ausstieg etwas weiter links, wie in der aktuellen Auflage des Panico-Kletterführers angerissen, erschien uns der Pfeiler des obersten Abschnittes der Route „Im Reich des Zyklopen“ zum Greifen nahe. So führte uns dieser Weg aus der zyklopischen Urwelt der Laliderer Wände auf die Sonnenseite.

Noch einmal volle Konzentration beim Abstieg durch die Spindlerschlucht aufbringend, saßen wir 2 h später zufrieden beim Bier auf der Falkenhütte, wenngleich diese nach Umbau und Pächterwechsel das Flair der Kostenzer-Zeit verloren hat.











Mittwoch, 8. Juni 2022

Pfingstklettereien

 Am Pfingstwochenende herrscht auf den Tiroler Straßen bekanntlich immer reges Verkehrsaufkommen. 

Dienstag, 31. Mai 2022

Sella

 Am letzten Wochenende konnten Arthur und ich zwei lässige Touren am Sellajoch machen.

Dienstag, 24. Mai 2022

2. Sellaturm - "Batajan"

Am Samstag den 21. Mai waren Sonne und ich wieder einmal in den Dolomiten unterwegs. Trotz etwas bewölktem und windigem Wetter, schienen uns die Temperaturen am Sellajoch ausreichend für einen Start im Schatten und so stiegen wir an der Nordwest-Kante des 2. Sellaturmes in die vergleichsweise junge Route „Batajan“ ein. Die Linie wurde im Juli 2009 von Manuel Stuflesser und Norbert Weiss erstbegangen und dem am 3. Sellaturm verunglückten Franz Stuflesser (vulgo „Batajan“) gewidmet. Im Bereich der ersten beiden Seillängen finden sich in mehreren Linien alte Haken und Schlingen, wodurch wir nicht ganz sicher über den richtigen Routenverlauf waren. Von den alten Haken des ersten Standplatzes querten wir einige Meter nach rechts, wo ein kleiner etwas brüchiger Überhang (1 H.) in flacheres Gelände führt. Spätestens der Riss am Beginn der dritten Seillänge stellte die Routenführung wieder klar. Im weiteren Verlauf geht es plattig zuerst rechts- dann wieder linkshaltend zum Stand am Kreuzungspunkt mit der „Demetz/Glück“ empor.  Die folgende vierte Seillänge stellt die Schlüsselseillänge (VII+) dar. Ausgerechnet hier waren die ersten Meter über einen Riss (H.) und die folgende Rechtsquerung triefend nass. Ein-, zweimal vor und zurück, die Reibungsverhältnisse prüfend, überwanden wir auch diese Stelle und spektakuläre Kletterei in gelbem Dolomitenfels führte uns zuerst durch eine steile Rissverschneidung und dann linksquerend über das erst Dach. In der folgenden Seillänge erfordert eine steile Risspassage einige weite Züge (VI+), bis es über das große zweite Dach geht. Dieses wird überraschend griffig und kraftschonend im rechten Verschneidungswinkel überwunden. In der nun ansetzenden langen Rechtsquerung stiegen wir nicht ganz im Einklang mit dem Topo zuerst ein paar Meter empor, um dann über weißes Gestein von trügerischer Festigkeit zu traversieren. Über kleinere Bänder führt der Quergang weiter nach rechts bis man schließlich wieder ein paar Meter empor das linke Ende eines markanten Bandes (3 SH.) erreicht. Die beiden folgenden Seillängen (VI und VII-) bieten schneidige Dolomitenkletterei entlang von steilen Rissen, bis man das schräge Band am Ende der Hauptschwierigkeiten erreicht. Links ums Eck konnten wir Stand bei einer blauen Sanduhrschlinge beziehen. Von dort gings leichter werdend (V-, dann II) auf den Gipfel.

Mit 47 Normalhaken und einigen Schlingen sind die zehn Seillängen der Route recht gut eingerichtet, wenngleich die Qualität teilweise etwas fragwürdig scheint. Neben einem Sortiment von Cams und Keilen sollte evtl. auch ein Hammer mit von der Partie sein, um den ein oder anderen lockeren Stift nachzuklopfen.






Dienstag, 17. Mai 2022

Saisonauftakt

 

Endlich schönes Wetter am Wochenende, das wollte ich gleich ausnutzen und in die alpine Klettersaison starten.

Freitag, 13. Mai 2022

Alphubel, Strahl und Allalinhorn

 Dreimal mussten Susanne und ich wegen starker Schneefälle unser Vorhaben in den letzten Wochen verschieben. Die Schneefälle der letzten Tage waren optimal um gute Bedingungen zu garantieren.

Samstag, 16. April 2022

Val di Mello

Nachdem uns unser Bergrettungsausflug am Palmwochenende nach Poschiavo (Rifugio Saoseo) führte, nutzen wir im Anschluss die Gelegenheit und statteten dem Val di Mello, welches dort quasi gleich ums Eck liegt, einen Besuch ab.

Bekannt ist das Val di Mello für seine Plattenpanzer, die erstklassige Reibungskletterei bieten. Da diese Platten nicht mit mobilen Sicherungsmitteln absicherbar sind und die Bohrhaken (O-Ton des Kletterführers) "in nicht gerade engem Abstand" anzutreffen sind, sind bemerkenswerte Abgänge möglich. Die Beschreibung der Schlusslänge in der Route "Luna Nascente" im Topoguide bereitete uns bei der Routenwahl etwas Kopfzerbrechen.

Besonders angesprochen fühlten wir uns jedoch von den Bildern diverser Risslängen, und so kletterten wir u.a. die Klassiker "Il risveglio di Kundalini" und "Luna Nascente". Beide Routen versuchen sich mit einer Abfolge von Traumlängen zu überbieten und werden nicht umsonst überschwänglich gepriesen. Und natürlich wollten wir sehen wie der im Topoguide beschriebene mögliche 40-60m Kinkswing in der letzten Länge der "Luna" aussieht.

Das Val di Mello befand sich noch im vorösterlichen Winterschlaf, wodurch unser Tagesablauf starren Regeln unterlag: 07:30 Frühstück (mmh, lecker Zwieback), 10:15 am Einstieg, dann piazen, piazen, piazen bis 15:00, 16:30 Konsumation eines selbst mitgebrachten Biergetränkes, 19:00 Abendessen im ansonsten leeren Sala di Pranzo, 22:00 ab in die Falle (die Tische werden hochgeklappt).

By the way: für die Absicherung der Routen darf man selbst sorgen, was in den Risslängen unter Verwendung von ausreichend mobilem Material sehr gut möglich ist. In den Plattenlängen zählt ohnehin nur der Blick nach vorne. In der "Kundalini" wurde der Versuch einer sanften Sanierung mit Bohrhaken gestartet. Der Kletterführer meint dazu trocken: ...diese wurden von Traditionalisten umgehend entfernt..., warum kommt mir das irgendwie bekannt vor?

Unterwegs im Tal des aufgehenden Mondes: Sonne und Christian