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Donnerstag, 13. Januar 2022

OMAN, ein Klettertrip

Was passt in die Lücke zwischen zwei Lockdown`s? Richtig, ein Klettertrip. Diesmal fiel die Wahl auf de Oman. Dorthin zog es in den letzten Jahren viele klingende Namen aus der Kletterszene, und das sollte doch wohl einen Grund haben.

Klettern im Oman bedeutet zuallererst suchen, genau schauen und vor Ort recherchieren. Die Infos in diversen Führern und in den sozialen Medien sind nicht immer ganz schlüssig, rechts ist nicht immer dort wo der Daumen links ist, 50 Meter sind eine großzügig interpretative Entfernung und die Schwierigkeitsbewertung leidet öfters auch unter galoppierender Inflation.

Im Oman darf man sich wie ein kleiner Indianer gebären. Freies Campieren wird überall akzeptiert, am Abend kannst du am Lagerfeuer sitzen und einen Oman-Coffee schlürfen und wenn doch einmal jemand vorbeikommt winkt er freundlich oder beginnt ein Schwätzchen. Beim Zustieg zu den Routen ist Fährtenlesen angesagt und auch in der Klettertour wird der Spürsinn ordentlich gefordert. Find your way, so das gängigste Motto. 

Wir (Roli, Sonne, Albert 9er, Wolfi, Gebi, Christian) waren in zwei Gruppen angereist und mit zwei Allradfahrzeugen (unerlässlich!) unterwegs. Geklettert wurde im Wadi Bani, im Wadi Nakha, an der Kumeira Wall, am Jabal Fokha, in der Snake Gorge, im Wadi Tiwi und als Highlight an der 1000m Mauer des Jabal Misht. Zudem gab es noch zwei Erstbegehungen und diverse Varianten zu bestehenden Routen.                  

Vielleicht hat uns die Kletterei nicht immer vom Hocker gehauen, die Freundlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft der Omani hat es jedenfalls getan. Ich vermisse sie jetzt schon, genauso wie den Ruf des Muezzins, die lustigen Unterhaltungen am Lagerfeuer und die legendären Thunfischnudeln.
































Montag, 1. November 2021

Hexentanz der Nerven

Vor dem Wetterumbruch zu Allerheiligen, wollten Sonne und ich noch einmal im Schüsselkar klettern. Schon länger auf unserer Wunschliste stand der Extremklassiker „Hexentanz der Nerven“, welcher am 20. und 21. September 1980 von Heinz Zak und Hans-Jörg Leis erstbegangen wurde. In 6 Seillängen anspruchsvoller Kletterei verläuft die Route entlang von Rissen und Platten links des „Bayerischen Traums“ bis zur Einmündung in diesen. Sonne hatte bereits einen Versuch in der Tour gestartet, wurde jedoch durch Nässe zum Rückzug gezwungen.

Die im Umlauf befindlichen Topos sind sich was Standplatzwahl und Schwierigkeitsbewertung betrifft nicht immer ganz einig, weshalb ich im Folgenden meine Eindrücke schildern möchte: Die erste Seillänge führt nach einigen leichteren Vorbaumetern (IV) in eine raue Rissverschneidung im unteren VI. Grad. Nach ca. 45 m erreicht man linkerhand einen Felskopf, welcher tief abgebunden (neue Schlinge) einen sicheren (Zwischen-)Stand vermittelt. Auf den folgenden Metern steilt die Verschneidung auf (4 tlw. miese H.; Cam #3), bis schließlich über eine Hangelschuppe nach links zu einem Stand an einem Z-Profilhaken und einem Felsköpferl gequert wird (20 m, VI+). Unsere 3. Seillänge führte uns über eine Platte zuerst linkshaltend empor, bis bei einem Haken nach rechts gequert wird und schließlich wieder gerade hinauf ein Stand bei zwei Sanduhren erreicht wird (30 m, V+). Die folgende Seillänge leitet zuerst in eine nach rechts liegende Verschneidung im V. Grad, bis horizontal nach links unter einen schwarzen löchrigen, oft nassen Überhang gequert wird (SU). Gutgriffig und athletisch (VI) geht es über diesen in den darüber ansetzenden Riss zur nächsten vernünftigen Sicherungsmöglichkeit. Nach kraftraubender Risskletterei (VII-, SU-Schlingen bereit halten) und einer Rechtsquerung beendet man die Seillänge nach etwa 40 m bei einem Hängestand an einem Haken, einem Fixkeil und einer Sanduhr. Die folgende Schlüsselseillänge beginnt mit einer steilen Rissspur (neuer Fixkeil, Cams), welche einige fordernde Züge (VII) verlangt, bis sich das Gelände für ein paar Meter etwas zurücklegt. Vor der bevorstehenden Wandstelle, welche rechtshaltend überwunden wird (VII), steckt ein V-Profilhaken und knapp darüber hat man noch die Möglichkeit einen Cam #0,5 zu platzieren. Nach einem weiteren Riss (VI) stiegen wir linkshaltend über eine Platte zu einem Stand an 3 Haken (ges. 45 m, VII). Von dort leitet eine rundliche Plattenverschneidung (VI-) einige Meter empor, bis rechts auf ein Band gequert werden kann. Karabiner in einem dort befindlichen Haken sowie in einer Sanduhrschlinge zeigen, dass einige Begeher bereits hier schräg hinabgeseilt hatten. Wir begannen die fallende Querung erst einige Meter weiter rechts, um schließlich äußerst abdrängend (VI+) um eine Kante bis unter einen Bohrhakenstand des „Bayerischen Traums“ zu gelangen. Der Hexentanz war gemeistert und da bereits Schneeschauer über die Hohen Munde zogen und der kühler werdende Wind uns schon recht ausgefroren hatte, seilten wir über den „Bayrischen Traum“ zum Wandfuß ab.










Montag, 11. Oktober 2021

Torsäule SO-Pfeiler (Rebitsch)

Dem Kirchdach vorgelagert thront die Torsäule mit ihrem 550 m hohen Südabbruch über dem Gschnitztal. Einheimischen zufolge verirrten sich in den letzten Jahrzehnten kaum noch Kletterer in diese mächtige Wandflucht. Neben dem recht beschwerlichen Zustieg mag dies daran liegen, dass Otti Wiedmann die Route über den SO-Pfeiler in seinem Kultführer „Auf steilen Wegen in Tirol“, als abwechslungsreich jedoch auch als sehr brüchig beschreibt. Andi Orgler beschreibt gleich alle Touren in der Wand als äußerst brüchig und sehr ernst.

Nachdem Matthi und Sonne bereits ein Monat zuvor eine der seltenen Wiederholungen der „Mariner/Vanicek-Führe“ für sich verbuchen konnten und durchaus positiv berichteten, wollte Sonne mit mir noch einmal zur Tat schreiten und dem bereits erwähnten SO-Pfeiler eine Begehung abringen.

Die Route wurde am 20. Juni 1937 von Hias Rebitsch und Erich Falschlunger erstbegangen, erlangte jedoch vorerst kaum Bekanntheit. Wohl aus diesem Grund erstiegen Klaus Brentel und Wolfi Linser 1969 den Berg über eine ganz ähnliche Linie, welche jedoch nur Varianten zur Rebitsch-Führe darstellt.

Von der Ortschaft Gschnitz führten uns Steigspuren meist linkerhand eines schottrigen Bachbettes vorerst durch einen Schlag, dann durch steilen Wald und Latschen, bis wir die grobe Halde unter der Wand erreichten. Gleich nach dem Einstieg über einen 20 m hohen schwarzen Felsriegel im IV. Grad, muss man sich zwischen der gelbbrüchigen Schuppe der Brentel/Linser-Variante und dem weiter rechts verlaufenden Originalweg entscheiden. Wir wählten das Farbenspiel zu unserer Linken, welches uns in etwa 40 m brüchiger Risskletterei im unteren VI. Grad (1 H.) zu einem Standplatz (keine SH.) am Beginn einer schwarzen kompakten Rissverschneidung führte. Diese leitet in schöner Kletterei (V) auf eine breite nach links aufsteilende Rampe. Über diese wird die Originallinie, welche 2001 einem Felssturz zum Opfer gefallen ist, umgangen (IV). Weiterhin recht brüchige Kletterei (IV) führte uns schließlich wieder rechtshaltend auf einen Pfeilerkopf, über welchem man ein begrüntes Band erreicht das die ganze Wand quer durchzieht. Das dort befindliche Wandbuch verriet, dass die Gschnitzer mit ihrer Auskunft wohl Recht hatten: Letzte Begehung 2009, vorletzte 1992… Nach 20 m Rechtsquerung geht es in vorerst schöner Kletterei einen Riss im schwarzen Fels etwa 25 m empor (V-). In der folgenden Seillänge (VI-, 3 H.) wechselt der Fels ein letztes Mal Farbe und Qualität. Darauf folgen drei Seillängen bis IV+, bis der Gipfelsteinmann erreicht wird. Von dort führte uns der Abstieg zuerst ein Stück Richtung Norden, dann nach Südwesten in eine Schlucht unterhalb der Kirchtürlspitze, über welche wir zurück zu unserem Rucksackplatzerl gelangten.

Ohne näher auf die erlesene Gesteinsqualität einzugehen, fanden wir den Anstieg eher inhomogen, was sicher durch die durch den Felssturz verlorenen Seillängen verstärkt wird.  Wenn auch vergleichbar bewertet, fand Sonne die Mariner/Vanicek-Führe schwieriger und anhaltender, sowie lohnender. Mal schauen, ob ich dieser auch mal einen Besuch abstatte ;-)






Dienstag, 28. September 2021

Hohe Fürleg "Alpine Bande Weg" 7-





Das schöne Herbstwetter der vergangenen Wochen konnte ich gut ausnutzen und paar tolle Klettereien machen. So waren wir im Rofan, Wetterstein, in den Tannheimer und natürlich auch im Karwendel unterwegs.

Montag, 6. September 2021

Donnerstag, 26. August 2021

Teufelsgrat Integral - Arete du Diable 5c



Nach langem abwarten auf gute Verhältnisse im Montblanc Gebiet konnte ich am Samstag mit Wolfi und Martin  zumindest eine unserer letzten 2 4000er Touren im Gebiet realisieren.