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Dienstag, 17. Mai 2022

Saisonauftakt

 

Endlich schönes Wetter am Wochenende, das wollte ich gleich ausnutzen und in die alpine Klettersaison starten.

Freitag, 13. Mai 2022

Alphubel, Strahl und Allalinhorn

 Dreimal mussten Susanne und ich wegen starker Schneefälle unser Vorhaben in den letzten Wochen verschieben. Die Schneefälle der letzten Tage waren optimal um gute Bedingungen zu garantieren.

Samstag, 16. April 2022

Val di Mello

Nachdem uns unser Bergrettungsausflug am Palmwochenende nach Poschiavo (Rifugio Saoseo) führte, nutzen wir im Anschluss die Gelegenheit und statteten dem Val di Mello, welches dort quasi gleich ums Eck liegt, einen Besuch ab.

Bekannt ist das Val di Mello für seine Plattenpanzer, die erstklassige Reibungskletterei bieten. Da diese Platten nicht mit mobilen Sicherungsmitteln absicherbar sind und die Bohrhaken (O-Ton des Kletterführers) "in nicht gerade engem Abstand" anzutreffen sind, sind bemerkenswerte Abgänge möglich. Die Beschreibung der Schlusslänge in der Route "Luna Nascente" im Topoguide bereitete uns bei der Routenwahl etwas Kopfzerbrechen.

Besonders angesprochen fühlten wir uns jedoch von den Bildern diverser Risslängen, und so kletterten wir u.a. die Klassiker "Il risveglio di Kundalini" und "Luna Nascente". Beide Routen versuchen sich mit einer Abfolge von Traumlängen zu überbieten und werden nicht umsonst überschwänglich gepriesen. Und natürlich wollten wir sehen wie der im Topoguide beschriebene mögliche 40-60m Kinkswing in der letzten Länge der "Luna" aussieht.

Das Val di Mello befand sich noch im vorösterlichen Winterschlaf, wodurch unser Tagesablauf starren Regeln unterlag: 07:30 Frühstück (mmh, lecker Zwieback), 10:15 am Einstieg, dann piazen, piazen, piazen bis 15:00, 16:30 Konsumation eines selbst mitgebrachten Biergetränkes, 19:00 Abendessen im ansonsten leeren Sala di Pranzo, 22:00 ab in die Falle (die Tische werden hochgeklappt).

By the way: für die Absicherung der Routen darf man selbst sorgen, was in den Risslängen unter Verwendung von ausreichend mobilem Material sehr gut möglich ist. In den Plattenlängen zählt ohnehin nur der Blick nach vorne. In der "Kundalini" wurde der Versuch einer sanften Sanierung mit Bohrhaken gestartet. Der Kletterführer meint dazu trocken: ...diese wurden von Traditionalisten umgehend entfernt..., warum kommt mir das irgendwie bekannt vor?

Unterwegs im Tal des aufgehenden Mondes: Sonne und Christian





















 



Mittwoch, 23. März 2022

Eiger Nordwand - "Heckmair-Route"

Nachdem sich im März 2022 in den sozialen Medien unter dem Hashtag „eigernorthface“ bereits die Beiträge häuften, wollten auch Sevi und ich uns einen Jugendtraum erfüllen und durch die, mit 1800 m, höchste Wand der Alpen steigen. Aufgrund mehrerer auf tragische Weise gescheiterter Begehungsversuche erlangte sie in den 1930er-Jahren Weltbekanntheit bis schließlich den beiden in der Wand vereinten Seilschaften der Deutschen Anderl Heckmair und Wiggerl Vörg sowie der Österreicher Heinrich Harrer und Fritz Kasparek, vom 21. bis 24 Juli 1938 der Durchstieg glückte. Durch die globale Erwärmung, das Abschmelzen der Eisfelder und die damit einhergehende Steinschlaggefahr hat sich mittlerweile das für Begehungen günstige Zeitfenster weit in Richtung Frühjahr oder gar Winter verschoben.

Nach wiederholtem Studium diverser Wetterberichte fuhren  Sevi und ich schließlich am Dienstag den 15. März nach Grindelwald im Berner Oberland um von dort mit der erst vor wenigen Jahren errichteten Gondelbahn die Station Eigergletscher zu erreichen. Die von den Niederschlägen der Morgenstunden noch nassen Straßen ließen etwas Unsicherheit aufkommen.  Wenngleich nur wenige Zentimeter verlieh der Neuschnee der Nordwand, welche hoch in den durch Saharasand verfärbten Himmel ragte, ein grimmiges Gesicht. Die Anspannung ließ etwas nach, als wir in der Station mit zwei französischen Seilschaften plauderten, welche die Wand an einem Tag durchsteigen wollten. Mit dem Preis des Gewichtes einer soliden Biwakausstattung hatten wir weniger Zeitdruck und somit waren die Startplätze für den kommenden Tag schnell vereinbart.

Besonders beim noch nächtlichen seilfreien Steigen im unteren Wandteil profitierten wir von der durch die Franzosen wiedereröffneten Spur. In der Linksschleife mit anschließendem Rechtsquergang vor dem Schwierigen Riss (V) packten wir schließlich die Seile aus. Seillänge für Seillänge und immer wieder am laufenden Seil passierten wir die ersten namhaften Schlüsselsequenzen der gesamt etwa 3,5 km langen Route: Hinterstoißer-Quergang, Schwalbennest und 1. Eisfeld. Die Verhältnisse im dort anschießenden Eisschlauch sind von besonderer Bedeutung, denn das Abschmelzen des riesigen 2. Eisfeldes gibt glatte Kalkplatten frei. In zwei Seillängen (IV+) wird das Bügeleisen erklettert, auf dem sich das, nach der Tragödie von Max Sedlmayr und Karl Mehringer im August 1935 benannte, Todesbiwak befindet. Über das kleine 3. Eisfeld erreicht man die Rampe. Nach leichterem Gelände verlangten uns dort die zwei Seillängen des Wasserfallkamins (M6/V+/Ao) einiges ab. Schließlich gelangten wir über das Rampeneisfeld zu unserem geplanten Biwakplatz am Brüchigen Band.

Nachdem wir die Nacht recht unbequem im Sitzen verbracht hatten, ging es am nächsten Morgen zum Aufwärmen in den Brüchigen Riss (V). Diesen überwunden erreicht man den Götterquergang, an dessen Beginn sich wohl die gemütlicheren Biwakplätze befunden hätten. In der sog. Weißen Spinne ließen 100 m Blankeis die Wadl nochmal brennen, bis uns einige leichtere Seillängen zum Quarzriss (V) führten. Eine Linksquerung leitet zu den Ausstiegsrissen (IV+). Zu deren Beginn erleichterte uns noch eine dicke Eisglasur die Kletterei, bis unsere Steigeisen schließlich mit dem oft abschüssigen schwarzen Fels vorlieb nehmen mussten.

Nach der halb ausgeaperten Gipfeleisflanke führte uns schließlich die herrliche Firnschneide des Mittellegi-Grates auf den 3970 m hohen Gipfel des Eigers, wo wir fast bei Windstille die Nachmittagssonne genießen konnten. Auch der Abstieg über die noch größtenteils von Schnee bedeckte Westflanke bereitete uns keine Schwierigkeiten mehr.











Dienstag, 22. März 2022

Bande Ausflug Lechtaler, Allgäuer Alpen

 Bereits 2017 nahmen wir tolle Eindrücke von den Touren in den Lechtalern mit und so führte Arthur, Sonne, Sepp, Wolfi und mich der heurige Skitouren Ausflug abermals ins ruhige Lechtal. Der Zugang von Stockach ins Sulzltal gestaltete sich dabei etwas abenteuerlich, denn zunächst mussten wir einige vereiste Felstunnel passieren, wobei es spannend blieb, ob an deren jeweiligem Ende nicht eine Nassschneelawine den Weiterweg versperrte. Erst am Talschluß des Sulzltales erwartete uns ein 800m Steilhang bis kurz vorm Fallenbacher Joch, wo wir nach links über eine weitere Flanke bis zum Skidepot aufstiegen. In leichter Kletterei, nach fast 1900 HM erreichten wir die aussichtsreiche Wetterspitze 2895m. Nach all den Mühen genossen wir in Elbigenalp im Hotel Panorama die Außensauna, sowie im Gh. Geierwally ein empfehlenswertes Essen und zum Ausklang fanden wir auch noch ein verstecktes Pub! Tags darauf ging`s nach Hinterhornbach. Der Aufstieg entpuppte sich hier etwas rustikaler, nach einem steilen Waldgürtel erreichten wir über`s Urbeleskar den steilen Gipfelaufbau, der uns noch einiges an Anstrengung kostete. Schließlich standen wir am Ostgipfel der Gliegerkarspitze 2575m, die zu den Allgäuer Alpen zählt. Auch wenn hier die Abfahrt nicht vom Feinsten war, nahmen wir wieder den Eindruck einer einsamen Berglandschaft mit nach Hause.

Fotos



Mittwoch, 9. März 2022

Pinnistal & Hohe Munde

 Da die Ausbeute heuer im Eis bei mir nicht gerade überwältigend war, wollte ich unbedingt die Saison noch passendend abschließen.

Mittwoch, 9. Februar 2022

Skitouren in Kartitsch/Sexten

 Starker Schneefall bestimmt das Wettergeschehen an der Alpennordseite um den 31.01. herum. Da passt unser Ausflug nach Osttirol/Kartitsch zeitlich gerade richtig hinein.

Montag, 7. Februar 2022

Sass Pordoi "Via Snowboard" WI5

 Am Wochenende bin ich mit Tom der heiklen Lawinensituation bei uns in Nordtirol in die Dolomiten entflohen, um dort eine Eistour zu machen. Roli ist die Tour auf der Sass Pordoi NW-Wand das Wochenende davor geklettert und hat mir diese wärmstens empfohlen. Die Route bildet sich nicht jedes Jahr, deshalb wollten wir die guten Bedingungen heuer ausnutzen. Zuerst kann man bequem mit der Gondelbahn auf den Gipfel des Sass Pordoi fahren und in Kürze geht es dann hinunter zur Tour. Von dort seilt man sich 5mal zum Beginn der Kletterei ab. Zwei italienische Seilschaften hatten die gleiche Idee wie wir, leider waren sie sehr langsam, was uns lange Wartezeiten bescherten, weil man nirgends überholen kann. Dafür ist die Kletterei echt lässig und lohnend. Am Ende der Route liegt der Namensgeber der Tour, ein altes Snowboard das sich hierher verirrt hat! 









Donnerstag, 13. Januar 2022

OMAN, ein Klettertrip

Was passt in die Lücke zwischen zwei Lockdown`s? Richtig, ein Klettertrip. Diesmal fiel die Wahl auf de Oman. Dorthin zog es in den letzten Jahren viele klingende Namen aus der Kletterszene, und das sollte doch wohl einen Grund haben.

Klettern im Oman bedeutet zuallererst suchen, genau schauen und vor Ort recherchieren. Die Infos in diversen Führern und in den sozialen Medien sind nicht immer ganz schlüssig, rechts ist nicht immer dort wo der Daumen links ist, 50 Meter sind eine großzügig interpretative Entfernung und die Schwierigkeitsbewertung leidet öfters auch unter galoppierender Inflation.

Im Oman darf man sich wie ein kleiner Indianer gebären. Freies Campieren wird überall akzeptiert, am Abend kannst du am Lagerfeuer sitzen und einen Oman-Coffee schlürfen und wenn doch einmal jemand vorbeikommt winkt er freundlich oder beginnt ein Schwätzchen. Beim Zustieg zu den Routen ist Fährtenlesen angesagt und auch in der Klettertour wird der Spürsinn ordentlich gefordert. Find your way, so das gängigste Motto. 

Wir (Roli, Sonne, Albert 9er, Wolfi, Gebi, Christian) waren in zwei Gruppen angereist und mit zwei Allradfahrzeugen (unerlässlich!) unterwegs. Geklettert wurde im Wadi Bani, im Wadi Nakha, an der Kumeira Wall, am Jabal Fokha, in der Snake Gorge, im Wadi Tiwi und als Highlight an der 1000m Mauer des Jabal Misht. Zudem gab es noch zwei Erstbegehungen und diverse Varianten zu bestehenden Routen.                  

Vielleicht hat uns die Kletterei nicht immer vom Hocker gehauen, die Freundlichkeit, Offenheit und Hilfsbereitschaft der Omani hat es jedenfalls getan. Ich vermisse sie jetzt schon, genauso wie den Ruf des Muezzins, die lustigen Unterhaltungen am Lagerfeuer und die legendären Thunfischnudeln.