born in tirol

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Dienstag, 9. Oktober 2018

Karlspitze "Direkte Ostwand" VIII/VI A0

Am Wochenende statteten wir (Mathi, Maggo, Michl und ich) wieder einmal dem Kaiser einen Besuch ab. Mathi und ich gingen zur Ostwand der Karlsspitze, Maggo und Michl zur Westwand des Bauernpredigtstuhls, um dort die "Lucke-Strobl" und den "Diagonalriss" zu klettern. Wir kletterten zuerst in schöner Kletterei hinauf auf das Band, das die Wand in den unteren und oberen Teil gliedert. Von dort zieht die steile Schlüsselseillänge hinauf, wobei man mit Hilfe der Haken einige Klimmzüge macht ;-) Wenn man fit genug ist, würde es wohl auch in freier Kletterei (VIII) gehen. In toller Kletterei geht es weiter hinauf zum Gipfel, von welchem man durch abseilen wieder retour zum Einstieg kommt. Die Route ist nicht saniert, jedoch mit guten Normalhaken ausgestattet, mit einem Satz Keilen und Cams kann man sie auch noch gut zusätzlich absichern. Der Einkehrschwung auf der Gaudeamushütte durfte natürlich auch nicht fehlen und so ließen wir den herrlichen Tag gemütlich ausklingen.
Fotos

Sonntag, 7. Oktober 2018

Berggesichter - ein alpiner Filmabend





„Berggesichter – ein (etwas anderer) alpiner Filmabend“
Unser Planet ist im Wesentlichen geprägt von Gebirgslandschaften. Für manche Menschen sind diese Landschaften Spielplatz ihrer extremen Leidenschaft, für die Tourismuswirtschaft sind sie gewissermaßen kostenloses Grundkapital, für den Gutteil der Menschheit sind sie jedoch unverzichtbarer Lebensraum. Das Leben im alpinen Raum war und ist nicht immer nur Zuckerbrot. Die Menschen haben gelernt sich mit ihrem Lebensraum zu arrangieren, bleiben da doch immer noch Ereignisse, die sich Dimensionen menschlichen Handelns entziehen.
In „Berggesichter – ein alpiner Filmabend“ schlägt die Bergrettung Hall eine Brücke zwischen den Nöten und Bedürfnissen der Bewohner alpiner Räume und jenen, für die der alpine Raum Ziel ihrer Sehnsüchte ist.
Langtang
Hilfe zur Selbsthilfe durch ein Projekt des Deutschen Alpenvereins. Nach dem folgenschweren Erdbeben am 25.April 2015 sind viele Regionen in Nepal auf fachgerechte und zielorientierte Hilfe angewiesen.

One step
Ein Augenblick kann ein Leben verändern. Was wir natürlich alle wissen wurde von Mario Feil gekonnt ins Bild gesetzt. Sein bewegender Beitrag porträtiert den schweren Alpinunfall von Bergsteigerin und Model Gela Allmann während Filmaufnahmen in Island.

Struktur
Nahezu unglaubliche Bilder aus der Kamera von Hanno Mackowitz. Ein Kunstwerk mit durchaus tiefsinnigen und kritischen Kommentaren zum Thema „Spuren in der Kulturlandschaft“.

Salz vom Himmel
Mathias Breit hat als Leiter des Gemeindemuseums Absam schon viel Zuhörer mit seinen Vorträgen begeistert. Er entführt uns in einem exklusiven Vortrag an die Schauplätze des Salzbergbaues im Halltal und berichtet vom steten Kampf der Bergleute gegen die Naturgewalten.

No turning back
Hansjörg Auer muss man in der Bergsteiger-Community wohl wirklich nicht mehr vorstellen. In no turning back können wir ihn aus einer neuen Perspektive betrachten. Ein wahrlich einfühlsames Bergsteigerportrait.

First descent
Für das Klettervolk stellt der erste durchgeführte Anstieg, die Erstbegehung einer Route, eine besondere Herausforderung dar. Ähnliches gilt für Biker, allerdings im Abstieg, also der ersten Befahrung eines Trails.

Alpine biking
Die Vertrider stehen für Spass und Umsetzung technisch anspruchsvoller Befahrungen mit dem Bike. Hannes Mayr hat Gerhard Senfter in den heimischen Bergen in Szene gesetzt. Wiedererkennungswerte sind garantiert.

„Berggesichter – ein alpiner Filmabend“. Freitag 19.Oktober 2018 20:00, Veranstaltungszentrum KiWi Absam (Eintritt 10€, nur Abendkassa).

Dienstag, 2. Oktober 2018

Gerlossteinwand NO-Pfeiler "Rupi 7" VI- & Schüsselkar "Beamtenlaufbahn" VI

Das schöne Wochenende habe ich nochmal ausgenutzt und zwei Touren gemacht. Einmal war ich mit Dani im Zillertal unterwegs und zwar am Gerlosstein. Hier haben die zwei Pfund-Brüder letztes Jahr am NO-Pfeiler eine neue Tour gemacht, welche wir uns mal anschauen wollten. Leider ist der Gerlosstein grundsätzlich ziemlich grasig, dazwischen gibt es aber immer auch schöne Kletterstellen, im gesamten ist die Tour aber nicht besonders lohnend.
Am Sonntag bin ich mit Mathi, Magnus und Andi bei aller feinstem Kaiserwetter hinauf zur Wangalm, Andi und Magnus sind hinüber zum Obereintalschrofen, um dort die anspruchsvolle "Everybody`s Darling" 8+ zu klettern. Wir wussten zuerst nicht recht was wir klettern sollten, so fiel unsere Wahl auf die "Beamtenlaufbahm" von Messner/Sint. Zuerst Route führt 2 SL über die "Jörg-Simon" hinauf, ehe sie links hinaus Richtung Wolke 7 führt. Das Alternativprogramm wurde dann aber zu einem richtigen alpinen Schmankerl. Fantastischer Fels, steile, gutgriffige Kletterei, die Standplätze sind vorhanden, dazwischen ist viel Eigeninitiative gefragt, alles genau nach unserem Geschmack. In der vorletzten SL haben wir dann einen eigenen Ausstieg gewählt, welcher einer Rissspur (VI-) folgt, die zum Schluss zum letzten Stand der "Wolke 7" führt, über die wir dann wieder abgeseilt haben. Den Tag haben wir dann gemütlich auf der Wangalm ausklingen lassen.
Fotos

Montag, 1. Oktober 2018

Karkopf "Dolce Vita sulle Rocce" 8

A bissl Dolce Vita geht immer, behauptet meine Frau. In der gleichnamigen Tour am Karkopf ist mit Dolce Vita bald Schluss. Nicht umsonst hängt im zweiten Bolt der Einstiegslänge ein Rückzugskarabiner. Schon beim Anblick der ersten Länge war mir klar: gut dass sich Martin am heißen Ende des Seiles eingebunden hat.

Die Erstbegeher haben gesucht, und gefunden. Die Linie ist an sich nicht logisch, vereint aber den besten Fels im ansonsten sehr gestuften Gelände. Die Kletterei darf getrost als anspruchsvoll bezeichnet werden und die Absicherung schert sich wenig um die Nöte der Kletterer. Zwischen den einzelnen Fixpunkten ist ordentlich Platz für unschöne Erfahrungen. Grounderpotential garantiert. Und wie habe ich da unlängst in einer Tourenbeschreibung gelesen: spätestens hier endet alpines Plaisirklettern - eine zutreffende Untertreibung. Unsere Hochachtung gilt jedenfalls den Erstbegehern, die die Tour von unten erschlossen haben.

Nach sieben Stunden Kletterzeit konnten wir (Martin Haid und Autor) unsere Sorgenfalten glätten (soweit das halt im Club der alten Männer möglich ist).


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Montag, 24. September 2018

Rosengarten - Punta Emma & Pala di Socorda

Wegen der unsicheren Wetterprognose am Wochenende verlegten wir unseren geplanten Bande Ausflug vom Hochkönig in den Süden, wobei die Wahl auf`s Rosengarten Gebiet fiel. Da wir schon am Freitag starteten, hatten einige leider berufsbedingt keine Zeit. So fuhren Roli, Sonne, Wolfi und ich über Welschnofen, Karersee nach Pera im Fassatal. Von hier fuhren wir an diesen zwei Tagen mit dem Shuttle Bus zum Rif. Gardeccia, da die Strasse für den öffentlichen Verkehr gesperrt ist. Von der Vajolethütte aus sahen wir auch schon die steile Nordwand der Punta Emma, Roli hatte die "Eisenstecken-Führe" VI auserkoren, eine kühne Freikletterei in bestem Dolomiten Fels. Von zu viel "Eisen" wurden wir in der Tour nicht verwöhnt, aber mit Friends ließ sich einiges entschärfen, so dass wir schon bald wieder auf der Vajolethütte unser Bier genossen. Tags darauf, gestärkt vom Vino, stand noch die "Schubert-Werner Südkante" VI+ auf den Pala di Socorda Gipfel auf unserer Wunschliste. Auch hier war viel Eigenregie in Sachen Absicherung gefragt, die Kletterei begeisterte und durch den etwas späteren Start mussten wir auch schon wieder Gas geben, um die 14 SL zu bewältigen. Auch der Abstieg mit einigen Abseilern verlief gut, so dass wir rechtzeitig zum Shuttlebus kamen und auf der Heimfahrt mit einer Pizza den netten Kletterausflug ausklingen lassen konnten.
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Donnerstag, 6. September 2018

Zweiter Kreuzberg, Roter Turm & Hundstein



Die letzte Ferienwoche haben Arthur und ich nochmal genutzt, um Pausetouren zu sammeln. So sind wir diesesmal ins schöne Appenzellerland gefahren und haben der Alpsteingruppe einen Besuch abgestattet. Unser erstes Ziel war am zweiten Kreuzberg die „Direkte Südverschneidung“ (VI+). Zuerst geht es gemütlich hinauf zur Unteralp und von dort steil über Grashänge zum Einstieg. Apropos Gras, dieses wird man in dieser Tour noch häufig antreffen, der Fels dazwischen wäre eigentlich recht gut. Nachdem wir von dieser Route nicht sonderlich begeistert waren, hofften wir am zweiten Tag auf mehr Klettervergnügen, welches wir auch bekommen sollten. Bereits der Zustieg zum Alpengasthof Bollenwees, welches wunderschön am Fälensee liegt, ist landschaftlich sehr eindrucksvoll. Von hier aus sieht man bereits gut den restlichen Zustieg und die zwei Gipfel für diesen Tag. Zuerst klettert man die Südwand des Roten Turms (VII-), nach einer luftigen Abseilfahrt geht die Kletterei in der Hundstein Südverschneidung (VI) weiter. Tolle Routenkombination und super Kletterei in bombenfestem Fels, in landschaftlich wunderschöner Umgebung, wo man sich als Tiroler ohne Pauseführer eher nicht hin verirren würde ;-) War meine 80igste Pause Tour!

Sonntag, 26. August 2018

Kirchdachspitze Westpfeiler "Schwarze Platten" VI-



Bereits zu Wochenbeginn bin ich mit Arthur gemeinsam ins Pinnistal hinein geradelt. Normalerweise verirren wir uns hierrein nur im Winter, aber die Beschreibung in Otti Wiedmanns Buch „Alpinklettern in Tirol“, hat uns dazu bewogen, auch mal im Sommer Hand an den Fels zu legen. Der Fels auf der Kirchdach- und Ilmspitze wird als der Beste in den Stubaier Alpen bezeichnet, so waren wir schon gespannt, ob sich das auch bewahrheitet. Man steigt auf dem Normalweg zur Kirchdachspitze auf, über ein Band geht es dann hinaus zum Einstieg. In der 2. Seillänge geht es dann in super Fels gleich zur Sache, steile, griffige Kletterei, richtig lässig! Die meisten Standplätze sind vorhanden, den Rest kann man super selber absichern. Vom Ausstieg gelangt man über ein Band wieder zum Normalweg und zurück zu den Rucksäcken. Echt eine lohnende Kletterei und sicher nicht das letzte Mal, dass wir dem Pinnistal im Sommer einen Besuch abgestattet haben.

Langkofel NW Wand, Sisyphos 6+

Im Sommer 2017 haben die Brüder Ivo und Edy Rabanser mit Heinz Grill und Florian Kluckner ihre neue Route an der Langkofel NW Wand fertiggestellt. Der Routenname dürfte sich wohl auf die Mühen ihrer Erstbegehung beziehen.
Das Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen. Der Fels ist ausgezeichnet, an jedem Stand steckt ein Bolt (Abseilpiste) und die (zumeist gebohrten) Sanduhrschlingen dienen der Orientierung in der schier überdimensionalen Arena.
Wir (Thomas und Simon Schöpf mit Autor) sind als Dreierseilschaft eingestiegen. Da die ersten Längen auf Grund eines nächtlichen Gewittes völlig durchnässt waren, kam gleich alpines Feeling auf. Während sich die Route zunächst über den plattigen Vorbau schlängelt steilt sie dann unvermittelt auf. Der immer bombenfeste Fels ist extrem großgriffig und erlaubt auch im steileren Gemäuer ein rasches Vorankommen. Die Route ist teilweise selbst abzusichern, was jedoch auf Grund der gutmütigen Felsstruktur kein Problem darstellt.
Der Regenschauer der uns in der 20. Länge ereilt hat, konnte den Gesamteindruck nicht schmälern.

Der Abstieg erfolgt mittels 16 maligem abseilen. Glück oder Zufall, jedenfalls hatten wir selbst in den flacheren Strecken des Vorbaues kein Problem das Seil abzuziehen.

Alles in allem eine wunderbar kompakte Kletterei mit gemäßigten Schwierigkeiten und alpinem Touch.


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Dienstag, 21. August 2018

Falscher Kogel - Direkte Nordwand VI-

Burki und ich wollten es unseren Kollegen der Bande gleich tun und so ging es heute in einen Nordwandklassiker. Kleiner Unterschied: Genusskletterei vom feinsten, kurzer Zustieg,  fester Fels und mit Bohrhacken saniert ;-)
Trotz Hitze ein cooles Tagerl am Hahntennjoch
BILDER
INFO&TOPO

Sonntag, 19. August 2018

Praxmarkar N-Wand - Speckkar N-Wand - Kl.Lafatscher N-Pfeiler

Schon lange Zeit stand die Praxmarkar Nordwand auf der Wunschliste von Mathi und mir ganz oben. Da wir heuer bereits einige anspruchsvolle Touren im flüssigen Fels gemacht haben, fühlten wir uns fit genug für die wohl berüchtigste Karwendelwand. Andi hat sich kurzentschlossen auch mitzukommen, nach langer Alpinkletterabstinenz genau die richtige Tour ;-) Vom Lafatscher Hochleger gelangt man in totaler Einsamkeit in einer guten Stunde zum Einstieg. Über einen Pfeiler (5 SL bis V+) gelangt man hinauf zu den Hauptschwierigkeiten. Die nächsten 2 SL sind die ungutesten der Tour, schlechter Fels und dazu noch schlecht zum Absichern. Am Ende eines Querganges zeugen die Überreste einer Rettungsaktion, die sich in den 70iger Jahren zugetragen und für einen Kletterer tödlich geendet hat, von der Ernsthaftigkeit der Tour. Nach den Hauptschwierigkeiten kommt man auf ein breites Band und von dort geht es in teils ungutem Gelände hinauf zum Gipfel, den wir nach 7,5h erreicht haben. Die Route wurde von Auckenthaler/Schmidhuber im Jahre 1935 erstbegangen, laut unseren Informationen waren wir erst die 10 Seilschaft, die diese Tour geklettert sind. Nun stand uns noch der lange Hatscher hinüber zum Halleranger bevor, wo bereits Tom und Arthur auf uns warteten. Die beiden Kameraden sind am kl. Lafatscher den "Nordpfeiler" (VI+) geklettert und waren von der Tour voll begeistert. Nach einem gemütlichen Abend bei Horst und Evi, haben wir am nächsten Tag die Seilschaft getauscht. Arthur und Mathi haben die erste Wiederholung unserer Neutour "Schallhartes Gelächter" (VII-) an der Speckkar N-Wand gemacht. "A super alpine Tour hab`s da gmacht", so ihre Rückmeldung, über die wir uns natürlich sehr gefreut haben! Sie haben weitere 5 Haken in der Route zurückgelassen. Tom und ich sind zur Überschallwand, um dort die Route von S.Jöchler/K.Weidner (VI-) zu klettern, alpines Genußklettern. Abgestiegen sind wir über die "Alte Nordwand", was sich als Schnellabstieg ideal eignet! Waren wieder 2 coole Tage im wunderschönen Karwendel.
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Mittwoch, 15. August 2018

Mont Blanc Brouillardgrat integral

Nach langem warten auf stabiles gewitterfreies Wetter mit Wolfi letzten Freitag ins Val Veni auf der Mont Blanc Südseite gefahren um endlich den Brouillardgrat Integral zu machen. Dieser stellt ein begehrtes Ziel für 4000er Sammler dar da er in seiner gesamten Länge über Punta Baretti, Mont Brouillard, Pic Luigi Amadeo und Mont Blanc de Courmayer auf den Mont Blanc führt, dabei überwindet der Grat einen Höhenunterschied von nicht weniger als 3300hm!. Wir haben den Zustieg über die Monzino Hütte gewählt dieser ist mit einer Ver Stelle zwar etwas schwieriger, aber man kann sich nach der langen Anfahrt noch einmal auf der Hütte ausrasten bevor es richtig zur Sache geht und das geht es wirklich. Am nächsten Tag nach einer flachen Gletscherquerung gehts über 3 Seillängen (4u5) in eine 500m Schrofenwand bis zum Grat der einem zu den Aig. Rouges führt, hier ist die Routenführung nicht mehr eindeutig und bescherte auch uns 2 Verhauer was Zeit und Kraft gekostet hat. Anschließend wieder mit unzähligem auf und ab mit immer wieder knackigen Kletterstellen zu einem Gratkopf hinter der P. Baretti welcher eine recht gute Biwakmöglichkeit bietet. Felsqualität bis dort miserabl aber das hat sich am nächsten Tag noch gesteigert, am weiterweg zum Mont Brouillard hat man das Gefühl man trägt den ganzen Berg ab. Vom Col Emile Rey gehts in 4 Seillänen senkrecht in eine Rinne die zum Pic Luigi Amadeo führt. Hier ist man voll dem Steinschlag ausgesetzt
und alles ist locker. Vom Pic L. A. gehts mit Abseilen in eine Scharte wo die nächsten Schlüssellängen warten, 2 Seillängen (4)linkshaltend über eine Platte und vereiste Risse (guter Fels) auf den Grat zurück, endlos (mit zunehmender Höhe) zieht sich dann noch der Grat weiter bis er in einen Firngrat übergeht und am Mont Blanc de Courmayer mit einer letzten Felsstelle endet. Der Weiterweg zum Mont Blanc ist nur mehr Firn und flach. Überglücklich und entlastet gings über die Normalweg Autobahn über Dome du Guoter (noch ein 4000er) zur Gouter Hütte wo der Wirt immer ein freies Platzl für Bouillard Aspiranten hat.Fotos

Dienstag, 14. August 2018

Fleischbank Ostwand "Schmuck-Kamin" & Rofanspitze "Silver Shower + Rebitsch-Spiegl-Riss"

Am Sonntag ging es mit Mathi, für heuer zum ersten Mal, in den Kaiser hinunter. Wir wollten die trockenen Verhältnisse ausnutzen, deshalb war unser Ziel die Fleischbank Ostwand. Zur Auswahl stand die "Asche-Lucke" oder der "Schmuck-Kamin" (VII+/VIA0), da uns die Linie des Schmuck-Kamins besser zugesagt hat, fiel die Wahl auf diesen. Wir stiegen über den direkten Einstieg (VI+/VIA0) ein und so ergab sich eine elegante Linie, mit anhaltenden Schwierigkeiten. Über die Tour kann man mit Halbseilen super abseilen und gelangt bequem wieder zum Einstieg retour.

Am Montag waren Roli und ich im Rofan. Zuerst sind wir an der Nordwand des 2. Rofanspitzpfeilers die Route "Silver Shower" (7) geklettert, eine Neutour von den zwei Nothdurfter Brüdern. Gut eingebohrte Route, die noch etwas geputzt gehört. Da das Wetter noch gehalten hat sind wir noch herüber zur Ostwand, die gerade in den Schatten gekommen ist, um dort den "Rebitsch-Spiegl-Riss" (VII-/VIAO) zu klettern. Tolle Kletterei, mit einer angstrengenden Schlüsselseillänge. Mit den ersten Regentropfen haben wir noch die letzte Bahn erreicht und somit den Tag super ausgenutzt!
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Montag, 6. August 2018

Laliderer "Charly Chaplin" & Riepen-Westwand "Auckenthaler"

Bereits letzte Woche haben Mathi und ich der Laliderer wieder einmal einen Besuch abgestattet. Die Charly Chaplin stand auf unserer Wunschliste ganz oben. Im Führer steht, dass die Tour eine der ernstesten unter den Laliderer Touren ist und da wir uns im Augenblick fit genug gefühlt haben, wollten wir mal einen Versuch starten. Zuerst geht es recht zügig hinauf, bis es dann im Mittelteil schwierig wird. Die erste SL auf die wir bereits gespannt waren, ist der lange Linksquergang, der aber überraschenderweise super zum Klettern war, dafür war die schwarze, brüchige Verschneidung (2 SL weiter oben) um so schwieriger. Wir sind dann die "Precht-Variante" geklettert, da dies die logischere Linie ist und man sich den Seilzugquergang erspart. Nach dem Mittelteil hat man die Hauptschwierigkeiten hinter sich und man steigt die etwas brüchige, große Schlucht (eine SL VI-) hinauf und am Ende links ansteigend hinaus zum Gipfelgrat. Kühne Tour, wo man schon recht mutig klettern muss.

Gestern waren wir dann noch in den Kalkkögel unterwegs, diesesmal war auch Roli mit von der Partie. Nach einer halbjährigen Kletter-Abstinenz genau die richtige Tour zum Einstieg ;-) 
Die Riepen-Westwand war noch der letzte Klassiker, der Mathi in seiner Kögel Sammlung gefehlt hat. Laut Alpinliteratur ist diese Route die schwierigste Erstbegehung die Auckenthaler gemacht hat und das soll was heißen. In der 2 Seillänge (40m Quergang) hat es jedoch vor einigen Jahren einen Felssturz gegeben und so wussten wir nicht genau, ob die Tour noch kletterbar ist. Unser Kalkkögel-Häuptling hat gleich die Führung übernommen und zog in steiler, anstrengender Kletterei die erste SL hinauf auf das große Band, wo die lange Querung beginnt. Von hier sah die Sache zuerst nicht so gut aus, doch Mathi konnte 3 neue Haken unterbringen und so die Ausbruchsstelle überwinden. Wir haben die Stelle mit VI+ A1 bewertet. Um zum Stand zu kommen muss man noch eine orginelle Kriechstelle bewältigen. Von hier geht es durch steile Kamine hinaus zum Ausstieg, über ein Band gelangt man zu den Riepentürmen und wieder retour zum Einstieg. Anspruchsvoller und ernster Kögelklassiker, laut Tourenbuch auf der Adolf-Pichler-Hütte war es die 21. Begehung, nicht gerade viel für eine Route aus dem Jahr 1933!
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Freitag, 3. August 2018

Erstbegehung Speckkar N-Wand "Schallhartes Gelächter" VII-/VI A1

Bereits letztes Jahr haben Tom und ich uns eine kletterbare Linie zwischen den zwei Klassikern "Kuen-Haim"  und "Gombocz-Vigl" angeschaut, hat jedoch einen ziemlich anspruchsvollen Eindruck gemacht, weshalb wir es auf heuer verschoben haben. Diese Woche hat das Wetter und die Form gepasst und so gab es keine Ausrede mehr ;-) Zuerst geht es in festem Fels, nicht all zu schwierig, in drei Seillängen hinauf auf das große Band, von hier an wird die Sache dann ernster. Mittels eines Querganges gelangt man hinüber zum Pfeiler, der am rechten Rand von einem Riss durchzogen wird, hier erfolgt der Durchstieg. Vom Standplatz aus sieht es recht abweisend aus und ich musste schon mal die Arschbacken zusammenkneifen, um dort rauf zu steigen. Zum Glück hat es sich gelohnt, nach ca. 15 Meter wird der Fels fester und der Weiterweg sah machbar aus. So schlängelten wir uns weiter hinauf zu einem markanten Überhang, den wir bereits vom Tal aus gesehen haben, hier wartete auf uns dann die Schlüsselseillänge. Zuerst wollte ich es über rechts versuchen, der brüchige Fels zwang mich jedoch den Riss-Überhang direkt zu überklettern, was mir mit Hilfe eines Keiles und eines Cams dann auch gelang. Drei weitere Seillängen führen hinauf zum Pfeilerkopf und über Bänder geht es dann westlich hinüber zum Steig, der auf die Speckkarspitze führt. Diese Erstbegehung war doch um einiges schwieriger, als unsere letztes Jahr am Mittelpfeiler, sowohl klettertechnich als auch moralisch, jedoch nach gelungener Tat freut man sich um so mehr ;-)

Die Route im Detail (Topo siehe Fotos):



1. SL 45m IV-: Über eine Rampe hinauf zu Stand in Nische.
2. SL 35m VI-: Zuerst gerade empor zu kleinem Überhang (H), von dort rechts zu Riss und über diesen zu Stand in Nische.
3. SL 30m V+: Über eine plattige Rampe (H) hinauf, dann links durch einen Kamin zu Stand bei einer Zunter (2H) am Beginn des großen Bandes.
Seilfrei über das große Band, 20 Meter oberhalb der „Kuen-Haim Führe“ befindet sich der Einstieg in den oberen Wandteil.
4. SL 30m VI-: Zuerst gerade empor, dann langer Quergang nach links zu H, dann gerade empor zu Stand, zum Beginn des Risses.
5. SL 40m VI-A0 od. VI+: Durch den schrägen Riss ca. 15m hinauf (2H), dann durch den breiten Riss hinauf bis zu Stand bei 3 Haken.
6. SL 30m IV: Über Wandstufen hinauf auf ein Band.
7. SL 35m V+: Kurz gerade empor zu einer breiten Leiste, über diese nach rechts bis zu einem Riss (H), von dort über plattige Stelle nach links und über einen Riss gerade empor zum Stand.
8. SL 20m VIA1 od. VII-: Gerade zum Riss-Überhang empor und über diesen und einen weiteren Riss zum Stand auf Band.
9. SL 50m V+: Vom Band links über Wandstellen zu Riss (H) und über diesen hinauf.
10. SL 50 IV+: Durch einen Kamin hinauf zu einem breiten Band und links hinüber zum Ausstiegs-Riss.
11.SL 50m V-: Durch den breiten Riss hinauf zu einem Klemmblock und zu Stand hinter diesem.
Von dort seilfrei hinauf zum Pfeilerkopf (III). Von dort quert man über Bänder westlich hinaus zum Steig, der auf die Speckkarspitze führt und über diesen zurück zum Haller Anger.


Material: 1 Satz Camelots und Keile, sowie Hammer und Haken. 50m Doppelseil.

Fotos