born in tirol

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Freitag, 16. Oktober 2020

Kletterspaß mit viel Urlaubsfeeling

 Aufgrund von Corona waren Susanne und ich gezwungen unseren 3-wöchigen Urlaub zu stornieren, und uns eine Alternative zu suchen.

Mittwoch, 23. September 2020

Klettertage auf der Steinseehütte

 Im alten AV-Führer „Lechtaler Alpen“ wird das Gebiet als „eines der schönsten
Klettergebiete der Nördl. Kalkalpen“ bezeichnet.

Dienstag, 22. September 2020

Sonnjoch O-Wand "Viva la Vida" 8+

Die Sonnjoch Ostwand bieten zahlreiche schöne Klettereien, die Längste und Schwierigste davon ist die Route „Viva la Vida“ (8+), die von Roli und Andi Nothdrufter im Herbst 2018 erstbegangen wurde. Vergangenes Wochenende wollte Christian, Arthur und ich die trockenen Verhältnisse ausnutzen, um die Tour zu klettern. In abwechslungsreicher Kletterei und langen Seillängen zieht die Route empor zur Headwall. Die drei 8er Längen bieten steile und athletische Kletterei und pumpen einen anständig auf ;-) Arthur hatte genug Schmalz in den Oberarmen und konnte die Tour rotpunkt klettern. Die schweren Seillängen sind gut eingebohrt, in den leichteren Längen muss man anständig von den Haken wegklettern. Nachdem man sich im Wandbuch eingetragen hat, kann man dann über die Route bequem abseilen. Tolle, lohnende Kletterei!

Fotos

Dienstag, 15. September 2020

Vom Zillertal bis ins Karwendel

In der letzten Ferienwoche konnte ich das schöne Wetter noch gut ausnutzen und ein paar tolle Klettereien machen. So war ich letzten Dienstag mit Dani in den Zillertalern unterwegs, genauer gesagt am Gigalitz. Zuerst sind wir mit den Bikes zur Materialseilbahn gefahren und von dort hinauf auf die Lappenscharte, wo sich auch der Einstieg zur SO-Kante befindet. Unsere Devise war wieder "light and fast", was sich auch ausgezahlt hat, denn nach knapp 2 Stunden Kletterei waren wir bereits am Gipfel des Gigalitz. Belohnt wurden wir mit einer traumhaften Kulisse und angenehmen Temperaturen und mit 1800 HM ist es anständige Tagestour. 
Tags darauf ging es dann mit Maggo, Andi und Stef nach Biberwier zum Wampeten Schrofen, dort sind Maggo und ich die Route "B 24 Liberator" (7) geklettert. Leider war diese Kletterei nichts besonderes, alle anderen Touren dort, sollten scheinbar super sein?! Am nächsten Tag schloss sich uns noch Roli an und wir sind zur Lamsenjoch Hütte aufgestiegen. Am Programm stand die "Fusion" (7+). Tolle, bestens abgesicherte Kletterei in super Fels. 
Am Freitag sind dann Tom, Mathi, Maggo und ich zur Halleranger Alm gefahren, unser Ziel dort war der Kleine Lafatscher. Matthi und Maggo sind die 6x7 geklettert, Tom und ich haben uns für die NO-Kante entschieden. Die Route wurde von den Erstbegehern mit VI A2 bewertet, weshalb wir schon sehr gespannt waren, was uns da erwarten wird. Zu unserer Verwunderung haben wir dann aber keine Technolängen vorgefunden und wir konnten alles frei klettern. Die einst technischen Längen waren nie schwerer als VI, jedoch war ab und zu der Fels recht rustikal, da es wahrscheinlich nur wenige Begehungen gibt. Auf der Alm konnten wir den tollen Tag dann noch gemütlich ausklingen lassen. 

Montag, 7. September 2020

Halleranger

Heuer ist es sich leider noch nie ausgegangen dem Halleranger einen Besuch abzustatten und da ich mit Dani auch noch nie dort war zum Klettern, bot es sich letzte Woche an, dort zwei Tage zu verbringen.

Am Donnerstag war es in der Früh noch recht frisch, deshalb sind wir erst zu Mittag los gestartet, um am NW-Eck der Speckkarspitze noch eine Tour zu klettern. Die meisten Routen dort kenne ich bereits, der "nördlichen Durchstieg" von Sint & Meßner war jedoch noch ausständig. Die Route startet rechts des "Burattipfeilers" über leichtes Gelände, ehe gleich die Schlüssellänge (V+/VI-) folgt. Diese zieht am Ende über eine glatte Platte nach links zum Stand, wo auch die neue Tour "Falco" heraufkommt.  Über griffigen Fels führt unsere Führe gerade empor, ehe auch beim nächsten Stand die beiden Routen wieder zusammen kommen. Die Tour wird sehr selten geklettert und es steckt nur wenig fixes Material (außer an den Ständen), also eine super alpine Alternative zu den sanierten Routen an der Westwand. Im Anschluss sind wir hinüber gewandert auf die Halleranger Alm, wo wir übernachtet haben.

Auch am Freitag in der Früh war es noch recht frisch, deshalb sind wir nicht all zu früh zum Einstieg hinauf gewandert. Für uns stand heute in der Speckkar Nordwand (Überschallwand) die "Tacitusführe" V+ auf dem Programm. Die Route wurde von der Seilschaft Klier & Kienpointner erstbegangen und zieht links von unserem "Mittelpfeiler" empor. Normalerweise hat H. Klier recht anspruchsvolle Erstbegehungen gemacht, hier sind die Schwierigkeiten jedoch etwas moderater. In schöner Kletterei, in meist festem Fels schlängelt sich die Route geschickt nach oben. Mit der Beschreibung im Karwendelführer ist sie auch gut zu finden, ein Topo ist bei den Fotos angefügt. In der Route befinden sich lediglich 2 Haken, mit einem Satz Cams und Keilen kann man die Tour jedoch gut absichern. Wir hatten Hammer und Haken auch dabei, jedoch haben wir diese nicht benutzt. Am Ende der Schwierigkeiten steigt man dann über II-III Gelände hinauf zum Grat und über diesen auf den Gipfel der Speckkarspitze. 

Beide Routen sind nicht besonders schwierig und somit super Einstiegstouren für die alpinen Klassiker im Halleranger Gebiet. 

Fotos

Dienstag, 1. September 2020

Schweiz & Vorarlberg

Damit die Rosskuppenkante nicht die einzige Pause Tour für Dani bleibt, sind wir letzte Woche ins Rätikon gefahren, um dort auf die Sulzfluh zu klettern. Der Herbst schickte uns dabei bereits seine Boten voraus, denn beim morgendlichen Start, gab es bereits Rauhreif vor der Hütte. Dementsprechend frisch gestaltete sich der Anstieg durch die direkte Südwestwand (Austriakenriss VI+) . Mit recht klammen Fingern ging es zügig nach oben, dafür war die Tour auch in den Kaminen super trocken. Nach dem Abstieg sind wir noch am gleichen Tag zum wunderschön gelegenen Wägitaler See gefahren und haben dort im Auto übernachtet. Nach einem ausgiebigen Frühstück sind wir zuerst mit dem Bike hinauf zur Schwarz Egg Hütte und in Kürze weiter zum Einstieg des großen Bockmattli Turms. Dort stand für uns die direkte Nordwand (VII-) am Programm. An diesem Tag war es zwar nicht so kalt, dafür war der Wind ziemlich stark, also wieder erschwerte Verhältnisse ;-) Für Dani war es die bisher schwierigste Tour, trotzdem kamen wir wieder gut voran und standen nach 5,5h am Gipfel. Auch der Abstieg lag bald hinter uns und so sind wir noch weiter nach Feldkirch gefahren, wo wir übernachtet haben. Nach zwei Pause Touren haben wir am darauf folgenden Tag etwas ausgeschlafen und uns eine gemütlich Tour ausgesucht. Kurz vor Mittag sind wir mit dem Bike hinauf zur Ravensburger Hütte gefahren und von dort weiter zum Einstieg der Roggalkante (IV+). An diesem Tag war unsere Devise "light and fast" und das ging uns super auf, denn nach nicht einmal 2 Stunden standen wir bereits am Gipfel der Roggalspitze. Nach dem Abstieg haben wir uns noch in Zug einquartiert. Da aber am nächsten Tag die Kaltfront bereits im Anmarsch war, haben wir den Vormittag noch im Bereich des Formarinsees per Bike and Hike ausgenutzt. Im Anschluss konnten wir zufrieden mit unserer Ausbeute nach Hause fahren.  

Fotos

Samstag, 22. August 2020

Petit Dru Nordwand "ALLAIN-LEININGER"

Normalerweise hat die Dru Nordwand nur im Winter oder noch im Frühsommer gute Verhältnisse. Heuer jedoch ist das anders und das wollten Arthur und ich gleich ausnutzen. So sind wir am Mittwoch nach Chamonix gefahren und dort mit der Montenvers Bahn hinauf zu unserem Ausgangspunkt. Von dort marschierten wir in knapp 4 Stunden zu unserem Biwakplatz, der sich direkt unter der Nordwand befindet. Nach einem nächtlichen kurzen Schauer ging es dann beim Hellwerden für uns los. Zuerst quert man auf einer fragilen Schneebrücke auf den Gletscher und von dort über die Randkluft in den Fels. Den unteren Wandteil haben wir zügig hinter uns gebracht, auch der Mittelteil (neben dem Nischen-Gletscher) lag bald hinter uns. Die beiden Schlüsselseillängen (Lambertriss & Martinettriss) waren ebenfalls kein Problem für uns, jedoch gibt es im oberen Teil der Wand viele Möglichkeiten die Route zu klettern. Leider haben wir hier nicht immer die Ideallinie gefunden und einige Seillängen eingebaut, die schwieriger waren als die eigentlichen Schlüsselseillängen. So hat es sich dann doch noch ziemlich gezogen bis wir die Tour hinter uns gebracht haben. Das Abseilen mussten wir dann im Dunkeln hinter uns bringen, was sich aber gut bewerkstelligen lies. Das letzte Hindernis war noch der gefährliche Gletscherbruch, wo vor unseren Augen immer wieder Eistürme einstürzten. Wir konnten aber auch diese Hürde hinter uns bringen, um dann glücklich auf der Charpoua Hütte ein Bierchen zu zwitschern ;-) In weiteren 3,5h gelangten wir wieder zurück zu unserem Ausgangspunkt, der Montenvers Bahn. Sind alles mit den Bergschuhen geklettert, was in den teilweise glatten Granitplatten nicht ganz ohne war. 

Hammer Westalpentour und wieder Traumtage im Mont Blanc Gebiet.


Fotos

Dienstag, 18. August 2020

Sonnjoch & Dammkarnadel

Das Wochenende versprach eine leichte Wetterbesserung und so stiegen Sonne und ich Samstag Früh vom Falzthurntal zur Sonnjoch Ostwand auf. Nach den vorhergegangenen Regentagen waren wir kaum überrascht, dass die plattige Wand in großen Teilen wasserüberlaufen war. Mit der „Concerto“ fanden wir dennoch eine überwiegend trockene Linie. In der zwingenden VIII- Stelle der rechten Einstiegsvariante konnten wir uns gleich auf die hervorragende Reibungskletterei einstellen, welche diese 1991 erschlossene Route ihren Wiederholern bietet. Diesem Genuss konnte auch die triefend nasse dritte Seillänge (VI+) keinen Abbruch tun, da der raue Kalk trotzdem guten Halt versprach. Leider beendeten Regenschauer früh nachmittags unsere Tour nach der 8. Seillänge (VII+). Beim Abseilen statteten wir einige der Standplätze mit neuen Schlingen aus. Nicht nur in der Schlüsselseillänge sind einzelne Schlaganker ohne Lasche und umgeschlagen, was aber verglichen mit den anderen obligatorischen Runouts den Anspruch nicht wirklich erhöht. Zu bemerken ist, dass alle Bohrhaken an (galvanischer) Korrosion leiden, da auf verzinkte Bolzen (M10) NIROSTA-Laschen aufgeschraubt wurden.
Am Sonntag radelten wir von Mittenwald die steile Zubringerstraße zur Materialseilbahn der Dammkarhütte hinauf. Von dort gings zu Fuß weiter, vorbei an der Hütte zum Wandfuß der Dammkarnadel mit ihrer eindrucksvollen ca. 300 m hohen Nord- bzw. Nordwestwand. Die Route „Reinkarnation“ wurde 2008 von L. Mayer und M. Richter mit Bohrhaken eingerichtet, stellt jedoch im oberen Wandteil nur eine Begradigung und Sanierung des von M. Öckler und E. Birkhold 1961 erstbegangenen Risssystems der „Direkten Nordwestwand“ dar. Ethische Gedanken ins Kar geworfen bietet diese Kombination eine herrlich luftige Kletterei über neun Seillängen mit recht anhaltender Schwierigkeit bis zum VII. Grad.









Freitag, 14. August 2020

Maningkogel - "Luftballonweg"

Bevor unbeständigeres Wetter die Tiroler Berge erreichte, starteten Sonne und ich am Mittwoch noch einmal zu einer hochalpinen Unternehmung. Von der Dammkrone des kleinen Kühtaispeichers stiegen wir durchs landschaftlich schöne Mittertal zur Nordwand des Maningkogel (2892 m) auf. Zentral durch die 300 m hohe Granitwand führt der von H. Gogl und P. Ohnmacht am 4. 9. 1986 erstbegangene „Luftballonweg“ (VII-). Über grobes Blockwerk - z. T. von einem jungen Felssturzereignis in der Gipfelregion, wie wir später feststellen sollten - geht es von einem idyllisch gelegenen kleinen See vorbei an Altschneezungen zum Wandfuß empor. Nach kurzem Wandvorbau erreicht man schließlich den Einstieg der Route rechts unterhalb einer markanten Felsschuppe (H.). Über einen etwas grasigen Riss (V, H.) erreicht man den Grund der Riesenverschneidung, welche recht anhaltend im oberen V. Grad emporleitet, ehe man am Beginn der fünften Seillänge eine große Platte erreicht. Diese wird am unteren Rand rechtshaltend gequert bis griffigerer Fels zum Stand unter der Schlüsselseillänge hochleitet. Über den dort ansetzenden abdrängenden Riss (Stelle VII-, mehrere H.) erreicht man in einer langen Seillänge flacheres Blockgelände. Obwohl wir vom Gipfel des Maningkogels bereits da und dort sich türmende Cumulonimbus bemerkten, entschieden wir uns für den Weiterweg auf den ebenso steil gebauten Acherkogel (3008 m) über dessen schönen NO-Grat (III+). Mit etwas Glück konnten wir auch den Abstieg vorbei am Signalgipfel (Kreuz), nordseitig hinab und schließlich über die Maningscharte zurück zu unserem Zustiegsweg trocken absolvieren.








Rosengarten

 Letzte Woche waren Dani und ich mehrere Tage im Fassatal unterwegs. Neben Bike and Hike waren wir einige Male im Rosengarten zum Klettern. Als erste Tour kletterten wir auf die Guglia di Refugio die mit NH bestens eingerichtete "Maestro-Führe" (VI-). Tolle Tour in super Fels. Als nächstes haben wir uns einen Klassiker von Wiesinger und Steger vorgenommen, und zwar auf die Punta Emma. Super Dolomitenkletterei mit sportlichen 5er Längen. Nach einer Nacht auf der Gartl Hütte haben wir am nächsten Tag die Vajolet Türme überschritten. Als erstes kletterten wir auf den Delago Turm die NW-Kante, schöne ausgesetzte Kletterei, leider ein wenig abgespeckt. Nach einer Abseilfahrt ging es weiter zum Stabeler Turm, welchen wir über die "Emmerich-Führe" (VI) erklommen haben. Hier muss man in der SSL schon anständig zupacken. Als letztes ging es noch zum Winkler Turm, welchen Georg Winkler bereits 1886 (mit 17 Jahre) solo mittels Ankerwurf erstiegen hat, eine wahre Heldentat :-) Ein schöner Abschluss der Überschreitung, denn immerhin erreicht die Tour den V Grat. Tolle Tage im Rosengarten!


Fotos

Donnerstag, 13. August 2020

Großer Solstein Nordwand, BUZZKILL

Unter http://www.allgaeu-plaisir.de/buzzkill-an-der-solstein-nordwand/ gibt es eine nette Story über die Bedeutung des Routennamens. Fürwahr, eine echte Tirolensie.

Ich denke ja eher, der Routenname leitet sich aus den ersten Klettermetern ab. Wenn es dich vor dem ersten Bolt BUZZt, dann sind im günstigsten Falle nur deine Fersenbeine geKILLt.

Arthur hat den kniffligen Einstieg gekonnt mit einer handvoll Friends entschärft. Und am Ende der ersten Seillänge war klar, hier und heute hängen die Trauben hoch.

Acht lange Seillängen führen auf den zentralen Pfeilerkopf der Solstein Nordwand. Die Kletterei ist immer wieder mit sehr athletischen Schlüsselstellen gewürzt. In den schwierigen Stellen stecken Bolts, dazwischen gibt es viel Freiraum.

Unsere Fazit: etwas gesucht, aber gut gefunden. Der achte UIAA Grad wird wohl eher nicht ganz auslangen.

Die Area am beeindruckenden Talschluss des Groß-Kristentales ist für gehfaule mit dem E Bike gut zu erreichen.






Montag, 10. August 2020

Laliderer Spitze - "Auckenthaler"







Nachdem ich mich tags zuvor bei einer Solo-Tour durch die Hochnissl Nordwand über die Kandler/Hoflehner (IV+, lohnend und fest im Mittelteil) ein wenig aufwärmen konnte, gings am Sonntag mit Tom wieder mal in die Laliderer Wände. Diesmal hatten wir uns die 1932 von M. Auckenthaler und H. Schmidhuber erstbegangene Nordwandroute (VI) an der Laliderer Spitze vorgenommen. Eine logische Linie von Verschneidungen in überwiegend festem Fels führt durch den unteren Wandteil, wobei recht viele alte Haken stecken. Nach der 8. Seillänge queren Bänder nach rechts an den Rand der Schlucht, welche die Nordwand der Laliderer Spitze knapp links der Gipfelfalllinie furcht. Dort beginnt der unübersichtliche obere Wandteil, durch den mehrere Varianten leiten, für die allesamt jedoch scheinbar kein detailliertes Topo existiert. Wir starteten vom Schluchtrand (H.) über links emporziehende Strukturen zu einem Standplatz an einem alten Haken-Stack. Von dort leitete uns der am besten kletterbare Weg und die gelegentlich vorgefundenen alten Haken empor, wobei wir auch zweimal für eine halbe Seillänge in die Schlucht gedrängt wurden, ehe wir diese unter Überhängen wieder nach links verließen. Die exponierte Routenführung im oberen Wandteil, welche bis zur letzten Seillänge immer wieder den unteren VI. Grad fordert, ist nicht nur für 1932 faszinierend. Allerdings kann man sich nur mehr stellenweise an festen Griffen und Tritten erfreuen, meist ist das Gestein brüchig und erfordert konzentriertes Klettern.  Von den im oberen Wandteil geschlagenen Haken beließen wir vier. Glücklich konnten wir uns nach knapp elf Stunden Kletterei am Gipfelgrat die Hände schütteln und uns auf einen abendlichen Abstieg durch die Spindlerschlucht freuen ;-)











Peuterey Grat via Schneiderband

Nach mehrmaligen wetterbedingten Verschiebungen konnte ich mit Wolfi die letzten stabilen Tage optimal nutzen um noch die uns 2 fehlenden 4000er Aig. Blanc de Peuterey 4112m (Pointe Güssfeld) und den Grand Pilier d’Angle 4243m zu besteigen. Diese 2 Gipfel zählen wohl zu den abgelegensten und schwierigsten 4000ern der Alpen. Nach einer angenehmen Nacht auf der Monzino Hütte gings um 4:00 zum Col de Innominata wo auf den Freney Gletscher abgeseilt wird. 
Nach dem überschreiten des chaotischen Gletschers erreicht man das Schneiderband und Couloir das einen Durchstieg zum SO Grat der Aig Blanc ermöglicht. Über die weniger schwierige aber sehr brüchige Ostflanke wird die Pointe Gugliermina umgangen und der Grat wieder erreicht, von dort genussreich über den Grat zum überfirnten Ostgipfel. Die folgende Firnschneide zum Mittelgipfel ist wohl das Highlight des Tages. Der Mittelgipfel (Pointe Güssfeld) kann einfach auf einem Band umgangen werden was auch von den meisten Seilschaften gemacht wird. Wir erkletterten ihn in einer Seillänge von der NW Seite. Die Altertümliche Abseilstelle am Gipfel weist wohl auf eher wenig Besuch hin. Vom Westgipfel konnten wir 5x an der neu eingerichteten Abseilpiste komfortabel zum Col de Peuterey abseilen. Um 15:00 erreichten wir bei sengender Hitze das Col wo wir unser Biwak bezogen. Ca 1700hm ab Monzino. Am nächsten Tag wäre es verlockend gewesen den anderen 2 Seilschaften direkt hinauf zum Firngrat zu folgen, wir mussten aber noch den G.P.A. mitnehmen, so ging es durch die brüchige Südwand ohne vorgegebene Route zum SO Grat und über diesem zum exponierten Gipfel.  Die anschließende Querung zum Firngrat sah schwieriger aus als sie war. Der obere Teil zum MB de Courmayeur war der reinste Genuss. Den ersten Felsriegel konnten wir in einem lässigen Eisgully auf der linken Seite erklettern. Nach oben hin zunehmend Blankeisstellen. Beim Abstieg zur Gouter Hütte sind wir noch die letzten Meter auf den Dome du Gouter gestiegen da auch dieser auf der 4000er Liste steht. 
Alles in allem sehr toller Anstieg, etwas leichter als der Brouillard Grat. Der Zustieg über das Schneiderband wird in neuester Führerliteratur unserer Meinung nach zu Unrecht als nicht mehr gängig und zu gefährlich bezeichnet.

Fotos

Montag, 3. August 2020

Dreizinkenspitze – „Nordpfeiler“

Vergangenen Freitag verschlug es Sonne und mich wieder in die Laliderer Wände, genauer gesagt in den 800 m hohen Nordpfeiler der Dreizinkenspitze (2603 m). Diese selten begangene Route wurde nach Vorarbeiten von 11 Seillängen im September 1984 schließlich am 18. Juli 1985 von Franz Baumann und Annelotte Rosenhagen erstbegangen und verläuft im unteren Wandteil zwischen der HAHE-Verschneidung und der Westlichen Verschneidung. Die ersten 10 Seillängen bieten genussreiche Kletterei in kompakten hellgrauen Kalkplatten wo uns lediglich die erste Schlüssellänge (VI) etwas aufzuhalten vermochte. Diese zieht etwa 20 m einen Riss (H.) empor, ehe sie diesen nach links über eine Platte verlässt um auf ein schmales Band zu gelangen, auf dem wir Zwischenstand bezogen. Die darauffolgende, leicht überhängende Wandstelle (VI) konnten wir mit einem neuen Haken entschärfen. Nach dessen Kreuzung mit der Westlichen Verschneidung zieht der Nordpfeiler rechtshaltend gegen die Kante empor, worauf die Felsqualität schlagartig abnimmt. Ein Verhauer brachte uns 3 Seillängen in steilem, sehr brüchigem Gelände ein, ehe wir wieder auf die Standhaken unter der 17. Seillänge stießen, was jedoch an der Gesteinsbeschaffenheit nichts änderte. Die 18. Seillänge stellt die zweite Schlüssellänge (VI) der Tour dar und fordert noch einmal einiges an Mut: Über eine brüchige Wandstelle (besser links, neuer Haken) erreicht man eine Nische, deren Überdachung an hohlen Schuppen erklettert wird. Eine weitere Länge im unteren VI. Grad führt schließlich in etwas flacheres Terrain wo nicht enden wollendes, brüchiges IIIer-Gelände zuerst entlang der Pfeilerkante, schließlich links davon in einer Rinne dem Gipfelgrat entgegenleitet. Glücklich dort angekommen konnten wir uns gegenseitig zur 15. bzw. 10. Laliderer-Tour gratulieren.













Sonntag, 2. August 2020

Sappl Zott VI



Als ich mit Martin vor einiger Zeit an der Multerkarwand die Novembersun geklettert bin, viel mir ein toller Kamin rechts neben der Tour auf.

Mittwoch, 29. Juli 2020

Auf den Spuren von Andi Orgler

Am Montag fuhren Matthi und ich in den Wilden Kaiser, um in der imposant über der Steinernen Rinne thronenden Westwand des Predigtstuhls die Route „Phantom“ zu klettern. Nach der vermeintlichen Erstbegehung 2010 mussten J. Meyer und B. Schwarz feststellen, dass die Linie größtenteils bereits von A. Orgler und W. Müller in den 1990ern geklettert wurde – völlig clean und ohne dies publik zu machen. Vermutlich haben diese dabei jedoch die zwei Seillängen mit der Schlüsselpassage (VIII) links umgangen, wo eine logische Rissreihe emporleitet.  Heute geht es an den schwierigen Stellen mit Bohrhaken, dazwischen auch mal mit Cams gesichert, entlang schöner Risse und Piazschuppen in 9 Seillängen bestem Kaiserfels auf die Nordschulter. Von dort erreicht man über die letzten Seillängen der Nordkante und das ausgesetzte Oppel-Kriechband den Nordgipfel des Predigtstuhls (2115 m).

Deutlich puristischer gings dann am Dienstag zu, an dem wir gemeinsam mit Sonne in Dreierseilschaft unterwegs waren. Das Pinnis-Shuttletaxi brachte uns gemütlich auf die Karalm, von wo wir in einer Stunde Zustieg die Westwand der Innersten Ilmspitze erreichten. Der Wetterbericht hatte für den Nachmittag Gewitter prognostiziert und so entschieden wir uns für eine etwas kürzere Route. Recht anhaltend im VI. Grad leitet die „Easy to be hard“ in 7 Seillänge auf eine der Hauptwand vorgelagerte Riesenschuppe. Sie wurde von A. Orgler, R. Span und F. Larcher im August 1983 erstbegangen und bekam wie ihre Nachbarn bisweilen nur wenige Begehungen. Dabei ist die Kletterei am kompakten schwarzen Kalk ausgesprochen schön und wird nur stellenweise von gelben brüchigen Passagen unterbrochen. Während die Originallinie am Ende der 3. Seillänge links um eine Kante führt, kletterten wir die Seillängen 4 und 5 rechterhand über die lohnende Variante (VI) von S. Jöchler und T. Bonapace aus dem Jahr 1992. Diese bietet anspruchsvolle Wandkletterei und leitet überraschend griffig über 2 Dächer. Wiederholern wird die Mitnahme eines kompletten Klemmgerätesortimentes sowie Hammer und Haken empfohlen – zu den 2 in der Route vorgefundenen Haken haben wir 3 weitere an Standplätzen belassen.