born in tirol

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Dienstag, 16. Juni 2015

Denali "Cassin Ridge"

Am 15.5 bin ich mit Inhöger Sepp nach Alaska aufgebrochen. Eigentlich wären wir zu 4. gewesen, aber wegen Arbeit und Verletzungen sind wir dann doch nur zu zweit gestartet. Nach einem langen Flug nach Anchorage, ging es am nächsten Tag mit dem Bus nach Talkeetna.
Nachdem wir den Flug für den nächsten Tag organisiert hatten, blieb uns noch ein bisschen Zeit für die Brauerei. Eigentlich wollten wir es gemütlich angehen, ist dann aber doch recht spät geworden ;-)! Am nächsten Morgen hatten wir noch unser Meeting mit den Rangern, und dann ging es mit einem kleinen Flieger hinein zum Kahiltna Gletscher. Im Basecamp gelandet haben wir unser Gepäck auf Rucksack und Schlitten aufgeteilt, und sind gleich losgestartet. Unser Ziel war das Ski Hill Camp auf 2400 Meter. Nach ein paar Stunden flachen spazieren waren wir im Camp. Am nächsten Tag ging es weiter zum nächsten Camp auf 3350 Meter. Dort blieben wir zwei Nächte, bevor es dann hinauf aufs 14000er Camp (4300 Meter) ging. Diese Etappe war ziemlich hart, da wir unser ganzes Material unter einmal hinauf brachten. Die meisten Leute gehen unter zwei mal und bringen vorher einen Teil der Ausrüstung hinauf. Zudem sind bei dieser Etappe einige steile Passagen, und die verdammten Schlitten sind auch alle paar Meter umgefallen. Irgendwann waren wir doch oben und richteten uns einen ordentlichen Zeltplatz her. Hier war unser Camp bis zum Ende der Expedition. Nach einem Rasttag am 14000er gingen wir ein Stück hinauf zum Akklimatisieren. Leider war es ziemlich windig und so war bei 5200 Meter Schluss. Die nächsten Tage war nur Sturm, Neuschnee, Karten spielen, lesen und schlafen angesagt. Am 27.5 sollte dann endlich gutes Wetter sein, und wir wollten über den Normalweg (Westbuttress) zum Gipfel gehen. Wir starteten um 7 Uhr morgens los. Doch irgendwie hat gar nichts gepasst. Es war saukalt, windig, und ich fühlte mich total schwach. Nach 200 hm bin ich wieder zurück ins Zelt . Es hatte keinen Sinn für mich an diesem Tag. Sepp ist alleine weiter bis zum Hochlager auf 5300, doch dort war dann auch Schluss. Am nächsten Tag sind wir relativ spät aufgestanden da wir der Meinung waren dass wieder einmal der Wind geht. Es hat dann aber recht gut ausgeschaut, und ich wollte ein bisschen Richtung Gipfel gehen. Sepp war vom Vortag müde, die Franzosen neben uns waren auch nicht motiviert, also bin ich alleine losgestartet. Im Gegensatz zum Vortag fühlte ich mich heute richtig gut und war gleich oben im Hochlager. Eigentlich wollte ich nur bis hierher, doch das Wetter war so schön und eine Spur Richtung Gipfel war auch vorhanden. Also ging ich noch ein Stück weiter. Nach 6,5 Std hatte ich die 2000 hm vom 14000 Camp hinter mir und war am Gipfel. Echt geil :-)!! Eine kurze Pause, ein paar Fotos, und zwei Stunden später war ich wieder unten bei Sepp im 14000er. Da wir endlich einen Gipfel zum feiern hatten gab es am Abend Salzburger Speck und Tiroler Schnaps ;-)! Da das Wetter jetzt einige Tage schön bleiben sollte wollten wir so bald wie möglich zur Cassin Ridge hinüber. Nach einem Rasttag ging es los. Am Vormittag des 29. Mai richteten wir uns zusammen, kochten nochmal ordentlich auf, und zu Mittag ging es hinauf Richtung Westrib. Von dort steigt man über die sogenannte "Ramp" ab zum Einstieg der Cassin. Die Ranger raten immer von diesem Abstieg ab, da man ein bisschen zwischen den Spalten durchsuchen muss und ein, zweimal unter Seracs durch muss. Aber absolut kein Problem, und mit Sicherheit der schnellste Weg zum Einstieg. Nach 3 Stunden waren wir beim Einstieg, und stellten unser kleines Zelt auf. Hier machten wir 4 Stunden Pause, kochten Wasser, aßen nochmal und genossen die gewaltige Aussicht. Um 20 starteten wir los ins Japaner Couloir. Es war zwar extrem heiß, doch wir kamen recht zügig voran. Gleich nach dem Japaner Couloir kommt eine Mixedpasssage so im oberen 5ten Schwierigkeitsgrad, und weiter gehts über den sogenannten Cowboy Arete zum Bergschrund des Hängegletscher. Bis hierher waren wir nur 2 Stunden unterwegs, und waren zuversichtlich dass wir recht schnell weiter kommen würden.Über den Hängegletscher gings weiter zum ersten Felsband, und anschließend hinauf zum zweiten Felsband. Alles coole Mixedkletterei. Um 2 Uhr Nachts waren wir kurz vor dem Ende des zweiten Felsbandes, und somit auch am Ende der Klettertechnischen Schwierigkeiten. Da wir doch schon ein bisschen müde waren, und die Konzentration immer weniger wurde, entschieden wir uns eine Pause zu machen und ein bisschen zu schlafen. Nach 3 Stunden war mir so kalt dass ich unbedingt weiter klettern musste. Also gings weiter. Bei Sonnenaufgang hatten wir ein gemütlichen Platz erreicht wo wir nochmal pausierten, uns aufwärmten und Wasser schmelzten. Von hier waren es nur noch 1000 Höhenmeter zum Gipfel. Doch diese 1000 Höhenmeter zogen sich gewaltig. Mittlerweile waren wir doch schon eine Zeit lang unterwegs, die Rucksäcke waren auch ziemlich schwer, und die Höhe merkte man auch. Doch irgendwann ist auch diese Schinterei vorbei, und wir standen am Gipfel. Das Wetter war wieder traumhaft und wir hatten eine gewaltige Aussicht vom höchsten Punkt Nordamerikas :-). Über den Normalweg gings wieder hinunter zum 14000er, wo uns unsere Zeltnachbaren schon mit Getränken und Essen empfingen. Echt volle nett!!
Für die 3000 Höhenmeter der Cassin Ridge waren wir 20 Stunden unterwegs. 5 Stunden Pause, 15 klettern. Es wäre sicher um einiges schneller möglich, doch nur mit leichteren Rucksäcken. Wir gingen auf Nummer Sicher, und hatten Zelt, Schlafsack usw... dabei. Die Kletterausrüstung hätten wir auch einsparen können, da wir alles seilfrei geklettert sind. Aber im nachhinein weiß man es immer besser :-)!
Am nächsten Tag bauten wir unser Lager ab, und rauschten mit die Ski hinunter zum Flugplatz. Am nächsten Tag wurden wir abgeholt, und wieder in die Zivilisation gebracht :-)!
Nach einer ordentlichen Feier in Talkeetna, waren wir noch 5 Tage in Anchorage unterwegs wo wir eine Bier und Burger Kur machten ;-)!!

Bilder

Kommentare:

Wolfi hat gesagt…

Bravo Mander!!!

Trevor C. Owens hat gesagt…

Alps erstaunlicher Ort. Schnee, Berge, saubere Luft, ruhige Lage. Ideal für Outdoor-Enthusiasten. Aber es gibt noch mehr steile Erholung. Wir versammelten uns mit Freunden auf eine Reise mit dem Schiff zum Nordpol. Das ist, was wirklich EXTREM :) In der Tat alle gleich, nur das Meer. Und auch zu entdecken Antarktis unwirklich ist cool. Wenn Sie interessiert sind: https://poseidonexpeditions.com/de/ships/.