born in tirol

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Dienstag, 8. März 2016

Patagonien Roli 2015/16

Mittlerweile bin ich doch schon wieder eine Zeit lang im Lande, doch immer im Stress ;-)!
Also kommt der Eintrag ein bisschen verspätet.

Wie schon von Sonne berichtet, gings letztes Jahr am 24.12. über Rom und Buenos Aires nach Calafate und von dort mit dem Bus weiter nach Chalten!

In Chalten angekommen haben wir unser Apartment bezogen, wo bereits Sepp und Peter auf uns warteten.
Da die nächsten Tage Schneefall und schlechtes Wetter angesagt war, konnten wir beruhigt auf eine kleine Party gehen ;-)

Fitz Roy:

Nach wenigen Tagen kam das erste gute Wetterfenster, und so starteten wir ( 3 Seilschaften. Peter, Sepp, Timo, Stefan, Sonne und ich) am 29.12 Richtung Fitz Roy! Genauer gesagt zur Supercanaleta.
Während Sepp, Peter, Sonne und Ich direkt unterm Einstieg unser Zelt hatten, blieben Timo und Stefan im Camp Piedra Negra.
So spurten wir zu viert die ersten 1000 Höhenmeter der Supercanaleta, einen Eis/Schneeschlauch hinauf. Oben angekommen waren Timo und Stefan auch schon dicht hinter uns.
Leider fühlte sich Sonne körperlich nicht hundert prozentig fit, und entschied sich alleine wieder abzuseilen. Sepp und Peter waren so nett, und bildeten mit mir eine Dreierseilschaft.
Nach den ersten schwierigen Längen überließen wir Timo und Stefan die Pole Position, da sie zu zweit einfach schneller waren. Da sie dann mehr mit dem suchen der Tour beschäftigt waren, waren wir gleich schnell und konnten so perfekt gemeinsam klettern und immer wieder ein paar Fotos machen :-)!
Die Tour selbst ist echt cool zum klettern. Der Routenverlauf nicht immer eindeutig, also man muss schon ein bisschen schauen wo man klettert, und mit dem ganzen Anraum den wir hatten schon eher anspruchsvolle Mixedkletterei.
Natürlich ändert sich extrem mit den Verhältnissen. Freunde von uns sind zwei Wochen später geklettert, und von der schwierigen Mixedkletterei war nichts mehr übrig. Anscheinend ein Spaziergang mit Kletterpatschen. Aber egal welche Verhätnisse, eine super Tour :-)!
Nach zwölf Stunden klettern saßen wir fünf Österreicher am Gipfel. Die ersten nach dem schlechten Wetter :-)!
Oben trennten sich unsere Wege, Timo und Stefan seilten über die Franco/ Argentinier ab, wir über die Direktvariante der Supercanaleta.
Am nächsten Tag, dem 31.12 gings zurück nach Chalten. Natürlich wurde ordentlich gefeiert ;-)

Fotos Fitz Roy


Torre Egger:

Am 1.1 war ich dann mit Korra Mittag essen, und er hat mich gefragt ob ich nicht Lust hätte irgendwas am Egger zu machen?! Das nächste Wetterfenster war im Anmarsch und sein eigentlicher Partner Tomy, hat keine Zeit. Tomy lebt in Chalten, hatte keinen Babysitter für seinen Sohn, und sollte zudem noch führen gehen.
Da ich eigentlich mit Sonne unterwegs war konnte ich nicht gleich zusagen. Ich wusste allerdings dass inzwischen Magnus und Rene im Dorf sind, und bestimmt auf den Fitz Roy wollten. Sonne würde sich den Fitz Roy auch nicht entgehen lassen wollen, und Magnus ist sowieso ein Kumpel von uns.
Also haben wir das kurz geklärt, Sonne geht mit Magnus und Rene zum Fitz, und ich mit Korra zum Egger. Perfekt :-)
Da eigentlich jede Route auf den Torre Egger schwierig ist, haben wir ziemlich genau das Wetter beobachtet,  um die besten Bedingungen fürs klettern zu haben. Es hat dann eine Weile gedauert bis wir endlich unsere Tour ausgesucht, und den richtigen Tag zum starten hatten.
Am 6.1. gings dann los. Doch wir waren zu dritt. Tomy war auch mit von der Partie. Er hat das führen abgesagt, und extra sein Schwester von Bariloche einfliegen lassen, nur um mit uns zur Psycho Vertikal mitgehen zu können :-D! Leicht fanatisch :-D!!
Im nachhinein gesehen wäre es zu zweit ziemlich hart geworden. Bzw hätten wir bestimmt einen Tag länger gebraucht. Die Arbeit und das schwere Gepäck teilt sich einfach leichter zu Dritt :-)!
Also hatschten wir wieder einmal volle bepackt hinein Richtung Niponino und weiter zum Norweger Biwak. Ich staunte nicht schlecht als ich beim Biwak Platz ankam, und bereits 3 Argentinier hier heroben die Sonne genossen! Doch noch mehr staunte ich als sie mir sagten dass sie morgen in die Psycho Vertikal einsteigen wollen. 30 Jahre keine Wiederholung, und dann zwei Seilschaften zu gleich! Natürlich waren Tomy und Korra auch nicht gerade begeistert als sie das hörten, aber jetzt waren wir schon hier.
Unser Plan war es als erste Seilschaft einzusteigen. Also richteten wir am Abend alles fertig her, dass wir um 1 Uhr nur noch aufstehen und losmarschieren mussten.
Um so schnell wie möglich zu sein, sollte jeder das machen was er am besten kann.
Ich startete mit spuren und dem Eisteil im unteren Teil der Wand, Tomy den Mittelteil mit den schwierigen Techno Passagen, und Korra den oberen Teil.
Der erste klettert ganz normal, der zweite jumart und nimmt die Placements mit, und der dritte jumart und darf sich mit dem Haulbag quälen :-D!
Start um 1 Uhr. Inaki und Carlitos, die zwei Argentinier waren auch schon beim herrichten.
Vom Tiefschlaf auf und dann gleich 1,5 Stunden auf Anschlag zum Einstieg spuren. Ohne Pause ging es gleich weiter in den Eisschlauch. Leider war es kein richtiges Eis, und so waren die senkrechten Passagen schon ziemlich schwierig. Zusätzlich kam durchgehend Spin Drift, Schnee und Eis daher, wodurch ich die halbe Zeit nichts sehen konnte. Irgendwann fingen die Techno Längen an, und Tomy übernahm die Führung. Korra war der zweite, und ich der dritte. Jetzt musste ich zwar nur mehr jumarn, dafür hatte ich diesen elendig schweren Haulbag an mir hängen. Eine brutale Schinderei.
Irgendwann sind Inaki und Carlitos aufgeschlossen. Schlussendlich waren wir dann als Fünferseilschaft unterwegs.
Nach 18 Stunden erreichten wir endlich ein halbwegs feines Plätzchen, wo wir biwakierten. Ein kleiner Eis Fleck mitten in einer riesigen Wand. Damit wir halbwegs sitzen konnten mussten wir erst einmal zwei Stunden eine Stufe heraus haken. Eine echte Wohltat, nach einem ganzen Tag im Gurt hängen, endlich auf den Füßen zu stehen. Die Nacht war dann eher brutal, und an schlaf nicht zu denken. Doch irgendwann geht alles vorbei, und um 6 Uhr Morgens wärmte uns die ersten Sonnenstrahlen.
In der gleichen Gangart ging es den zweiten Tag weiter Richtung Gipfel. Die letzten 10 Längen waren noch einmal richtig hart. Krämpfe in den Armen, Hunger, Durst und wenn man sich beim sichern nicht gerade unterhalten hat ist man im stehen, im Stand hängend eingeschlafen.
Doch auch das geht irgendwann zu Ende, und mit dem letzten Tageslicht standen wir endlich am Gipfel :-)! Überglücklich standen wir oben und genossen das traumhafte Panorama! Noch kurz was Essen, Trinken und hinein in den dünnen Schlafsack. Eigentlich war es schon ziemlich frisch, aber wir waren so fertig dass wir echt gut geschlafen haben :-D!
Leider war am Gipfel noch nicht Schluss, denn hinunter mussten wir auch wieder.
Am nächsten Morgen um 6 Uhr starteten wir unsere Abseilfahrt über die Amerikaner Route. 7 Stunden sollte sie dauern, und verlangte mir noch einmal alles ab. Mir selbst ging es eigentlich recht gut, nur um Inaki machte ich mir Sorgen. Er war schon so müde und ausgelaugt dass er immer mehr die Konzentration verlor. Die Seile waren auch schon komplett fertig, und wir mussten teilweise ein paar Meter abschneiden. Hat die Sache auch nicht leichter gemacht. Doch zum Glück hat alles geklappt und wir sind heil am Wandfuss angekommen :-)!
Unten im Norweger Camp trennten sich unsere Wege wieder. Korra, Tomy und Ich marschierten gleich weiter nach Chalten, Inaki und Carlitos machten noch ein bisschen Pause bevor sie den Rückweg antraten.

Eigentlich wären ziemlich viele schöne Seillänge die man auch frei klettern kann in der Tour. Das Problem ist dass es extrem viele Längen sind, viel nass ist, oft vereist, keine guten Biwakplätze vorhanden sind und dass die Wetterfenster meistens zu kurz sind um sich zum frei klettern zeit zu lassen. Und ob alle Längen frei machbar sind, schwer zu sagen, aber bestimmt nicht leicht :-)!

Leider ist unser Freund Inaki eine Woche später am Fitz Roy durch Steinschlag ums Leben gekommen :-(!

Fotos Egger



Saint Exupery:

Nachdem ich nach der Psycho Vertikal ein bisschen kränklich war, und irgendwie auch motivationslos hab ich über eine Woche nichts gemacht.
Irgendwann hat es mich halt doch wieder gepackt, und ich hab überlegt was ich noch machen könnte! Um die Torre Kette komplett zu haben hätte mir nur noch die Punta Heron, der kleine Nebengipfel vom Egger, gefehlt. Dort gibt es eine super Felstour, Spigolo dei Bimbi. Ich konnte Sepp dazu überreden dass er mich begleitet. Wir nahmen nur das wichtigste mit und marschierten wieder hinein zum Camp Niponino. Normal wollten wir um 3 Uhr starten, doch es regnete :-(! Da wir zu wenig Essen hatten um einen Tag abzuwarten, blieb uns nichts anderes übrig als wieder zurück nach Chalten zu spazieren. Einfach herrlich, 6 Stunden über Stock und Stein. Im Dorf angekommen haben wir uns mit der restlichen Österreicher Gang getroffen. Sonne, Rene und Sepp waren für nichts mehr motiviert. Magnus und Peter richteten gerade für die Chiaro di Luna zusammen. Ein absoluter Felsklassiker in Patagonien. Auf die Exupery. Da ich diese Tour auch auf meiner Wunschliste hatte, packte ich gar nicht richtig aus, sondern ging am nächsten Tag wieder mit hinein zum Nipo, und weiter zum Polacos. Ein wunderschönes Platzl für ein Camp. Am nächsten morgen ging es um 5 Uhr morgens Richtung Einstieg. Wir wollten beim ersten Tageslicht starten, da die Tour echt lang ist, und die meisten Seilschaften gar nicht in einem Tag durchkommen. Das wollten wir allerdings vermeiden, und deshalb rechtzeitig starten. Von einem schönen Riss verleitet haben wir den Orginaleinstieg verpasst, und sind rechts daneben eine Variante geklettert. Die ersten zwei Längen waren gewaltig, nur die dritte war furchtbar. Ein offwidth Riss. Aber Magnus hat sich bravorös hinauf gekämpft :-)! Oben angekommen hat Peter die Führung im Mittelteil übernommen. Nicht schlecht, aber leider in der Mitte drei eher flache Längen. Allerdings viele gute Biwakplätze. Den oberen Teil, und zugleich den schönsten Teil hat es mich dann erwischt :-)! Von unten haben die Seillängen nicht ganz hundertprozentig ausgesehen, doch beim klettern dann ein Wahnsinn. Super Schuppen, Risse, Kamine, Quergänge, alles dabei. Echt geil. Nach 10 Stunden saßen wir am Gipfel. Dann wieder einmal eine ewige Abseilfahrt, und bei Einbruch der Dunkelheit zurück im Lager :-)!

Fotos Exupery



Alles in allem war es wieder eine coole Reise. Wie letztes Jahr haben wir viele nette Leute kennen gelernt, hatten immer eine morts Gaudi und heuer ein ganz besonderes Wetterglück.






























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