Eigentlich wollten Dani und ich eine Woche in die Schweiz fahren, da dort das Wetter wesentlich instabiler gemeldet war als bei uns, haben wir uns entschlossen in den heimatlichen Bergen was zu unternehmen.
Als erstes stand ein Besuch des Haller Angers am Programm. Dort angekommen fiel die Wahl auf die Überschallwand, da ist mir zwischen dem „Kuhrippenriss“ und der „Unverhofft kommt oft“ noch eine freie Linie aufgefallen, diese wollten wir mal probieren und siehe da, wir konnten sie einfacher als erwartet klettern. So entstand eine alpine Genusstour mit 6 Seillängen – „SoDa“ V+.
Happy über die Erstbegehung übernachteten wir auf der Halleranger Alm und tags darauf ging es dann hinüber zur Lafatscherverschneidung (VI), wo wir an diesem Tag ganz alleine unterwegs waren und somit super schnell voran kamen.Vor 16 Jahren bin ich das letzte Mal diese Tour geklettert, sie hat jedoch nichts an ihrem Reiz verloren. Mittlerweile sind die Standplätze saniert, dazwischen ist immer noch Eigeninitiative gefragt. Nach den zwei tollen Tagen rollten wir gemütlich mit den Bikes nach Scharnitz retour.

Da am nächsten Tag das Wetter nicht ganz so stabil gemeldet war, entschlossen wir uns etwas kürzeres in den Kögeln zu unternehmen, am Nordeck fanden wir mit dem „Frenademetzriss“ eine geeignete Tour. Diese Route fand schon Aufnahme in Otti Wiedmanns Buch „Auf steilen Wegen in Tirol“ und wurde früher nur mit IV+ bewertet. Andi Orgler hat in seinem Führer die Tour dann auf V aufgewertet und uns ist die steile Schlüssellänge nicht viel leichter vorgekommen als die Lafatscherverschneidung die wir tags zuvor geklettert sind. In der Tour ist ein Standplatz saniert und es gibt bereits auch einige Bohrlöcher, ich hoffe die bleiben auch leer, ansonsten würde sich der Charakter der Tour total verändern. Immer wieder spannend in den Kögeln zu klettern.
Nach einem Rasttag ging es als nächstes zur Laliderer Spitze, zur Herzogkante (V). Früh morgens radelten wir hinauf zum Spielissjoch und sahen, dass eine Seilschaft bereits am Werkeln war, auf diese sollten wir später noch auflaufen. Zur Überwindung des Schneefeldes waren Grödeln und ein kleiner Eispickel recht hilfreich. Im Anschluss kamen wir sehr zügig voran, bis wir im oberen Drittel auf die besagte Seilschaft stießen. Da wir nur schlecht überholen konnten, ging es gemeinsam auf den Gipfel und da die beiden Burschen noch nie durch die Spindler Schlucht abgestiegen sind, haben wir sie durch diese mitgenommen, was natürlich dann länger gedauert hat als sonst. Beim letzten Tageslicht sind wir aus der Schlucht herausgekommen und im Schein unserer Lampen dann das Johannestal hinausgerollt. Immer ein tolles Abenteuer an den Laliderer Wänden.
Nach einem weiteren Rasttag stand als nächstes die „Fußsteinkante“ auf dem Programm, an einem Tag von Vals aus eine anständige Unternehmung. Bis zur Hütte gelangt man recht schnell, von dort zieht sich der Zustieg noch einmal bis man dann schließlich am Einstieg steht. Auf Grund des Abschmelzens des Gletschers wartet in der 1.SL gleich die Schlüssellänge (VI-). Im Anschluss quert man das Band zur Kante hinüber, dann geht meist über diese hinauf bis zum Gipfel. Leider wurden auch hier die Standplätze saniert und zum allen Überfluss noch die Route mit roten Punkten markiert. Leider nimmt die plaisier Mentalität auch in den alpinen Klassikern Einzug. Wir kamen sehr flott voran, zwischendurch wurden wir jedoch von einem Sologänger überholt. Nachdem wir den traumhaften Rundumblick am Gipfel genossen hatten, standen uns noch die über 2000 Höhenmeter Abstieg bevor, der sich dann auch nochmal richtig gezogen hat. Gratulation an Dani die diesen langen Kracher super gemeistert hat. So konnten wir die Woche zufrieden ausklingen lassen.







































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