Düster war der Blick hinauf zur NW-Wand des Pflerscher Tribulauns, als Arthur und ich vergangenen Donnerstag mit unseren Bikes Richtung Tribulaun Hütte fuhren.
Diese berüchtigte NW-Wand hat uns schon lange fasziniert und ist laut Orgler-Führer eine der größten Abenteuerrouten in der Stubaier Alpen, mit ein Grund warum sie auf unserer To-Do-Liste ganz oben stand. Die Tour wurde bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg vom kühnen Kuno Rainer und seinem Partner Herbert Eberharter erstbegangen. Bisher sind nur wenige Begehungen bekannt, vermutlich erfolgte die Letzte (5.Begehung) durch eine Gipfelstürmer Seilschaft im Jahr 1985.Da am Donnerstag das Wetter stabil war und
unsere Form ebenfalls passte wollten wir einen Versuch starten. Nachdem wir das
lange Kar zum Einstieg hinauf hinter uns gebracht hatten, sind wir noch
seilfrei über den Vorbau hinaufgeklettert, fast auf den Tag genau 81 Jahre nach der Erstbegehung. In der ersten Fünfer-Länge staunten
wir nicht schlecht, als wir 3 Zwischenhaken und einen Stand vorfanden, dies
sollten aber bis auf wenige Ausnahmen die Einzigen bleiben. Trotz des extrem
brüchigen Gesteins kamen wir gut voran und kämpften uns hinauf Richtung Schuppe,
die sich etwas oberhalb der Wandmitte befindet. Wir wussten aus der
Beschreibung des Alpenvereinsführers und dem Bericht der Gipfelstürmer
Seilschaft, dass man vom höchsten Punkt der Schuppe zur Wand hinüber spreizt. Dort
angekommen ließ es uns jedoch schaudern, denn dort wo man früher den
Spreizschritt machte, ist nun ein mindestens 4 Meter breiter Spalt und die
Schuppe ist eigentlich ein angelehnter Felspfeiler der eineinhalb Seillängen
hoch und min. 20 Meter breit ist. Diesen Pfeiler drückt es nun von der Wand
nach außen und wird früher oder später der Schwerkraft zum Opfer fallen und im Schutt
Kar darunter landen. Wir sahen nicht wirklich eine andere Lösung, um zur Wand
hinüber zu gelangen und so mussten wir uns aus dieser misslichen Lage befreien und den
Rückweg antreten, was aus dieser Wand ein Abenteuer für sich war. Anfänglich
waren wir etwas enttäuscht, dass wir die Tour nicht zu Ende klettern konnten,
jedoch als wir auf der Hütte angekommen waren, waren wir froh gesund bei einem
Bier sitzen zu können und von der Terrasse aus noch einmal die wilde Wand bestaunen
zu können.










1 Kommentar:
Brutal, super das wieder guat oi kemmen seits
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