Blog durchsuchen

Mittwoch, 5. August 2026

Pflerscher Tribulaun NW-Wand "Rainer-Eberharter"

Düster war der Blick hinauf zur NW-Wand des Pflerscher Tribulauns, als Arthur und ich vergangenen Donnerstag mit unseren Bikes Richtung Tribulaun Hütte fuhren.

Diese berüchtigte NW-Wand hat uns schon lange fasziniert und ist laut Orgler-Führer eine der größten Abenteuerrouten in der Stubaier Alpen, mit ein Grund warum sie auf unserer To-Do-Liste ganz oben stand. Die Tour wurde bereits kurz nach dem 2. Weltkrieg vom kühnen Kuno Rainer und seinem Partner Herbert Eberharter erstbegangen. Bisher sind nur wenige Begehungen bekannt, vermutlich erfolgte die Letzte (5.Begehung) durch eine Gipfelstürmer Seilschaft im Jahr 1985.

Da am Donnerstag das Wetter stabil war und unsere Form ebenfalls passte wollten wir einen Versuch starten. Nachdem wir das lange Kar zum Einstieg hinauf hinter uns gebracht hatten, sind wir noch seilfrei über den Vorbau hinaufgeklettert, fast auf den Tag genau 81 Jahre nach der Erstbegehung. In der ersten Fünfer-Länge staunten wir nicht schlecht, als wir 3 Zwischenhaken und einen Stand vorfanden, dies sollten aber bis auf wenige Ausnahmen die Einzigen bleiben. Trotz des extrem brüchigen Gesteins kamen wir gut voran und kämpften uns hinauf Richtung Schuppe, die sich etwas oberhalb der Wandmitte befindet. Wir wussten aus der Beschreibung des Alpenvereinsführers und dem Bericht der Gipfelstürmer Seilschaft, dass man vom höchsten Punkt der Schuppe zur Wand hinüber spreizt. Dort angekommen ließ es uns jedoch schaudern, denn dort wo man früher den Spreizschritt machte, ist nun ein mindestens 4 Meter breiter Spalt und die Schuppe ist eigentlich ein angelehnter Felspfeiler der eineinhalb Seillängen hoch und min. 20 Meter breit ist. Diesen Pfeiler drückt es nun von der Wand nach außen und wird früher oder später der Schwerkraft zum Opfer fallen und im Schutt Kar darunter landen. Wir sahen nicht wirklich eine andere Lösung, um zur Wand hinüber zu gelangen und so mussten wir uns aus dieser misslichen Lage befreien und den Rückweg antreten, was aus dieser Wand ein Abenteuer für sich war. Anfänglich waren wir etwas enttäuscht, dass wir die Tour nicht zu Ende klettern konnten, jedoch als wir auf der Hütte angekommen waren, waren wir froh gesund bei einem Bier sitzen zu können und von der Terrasse aus noch einmal die wilde Wand bestaunen zu können. 

  





1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Brutal, super das wieder guat oi kemmen seits